Kirchenasyl

Kirche will Flüchtlinge auf Friedhöfen unterbringen

In Berlin steigt die Zahl der Flüchtlinge. Ihre Unterbringung ist schwierig. Nun bietet die Evangelische Kirche an, auf Friedhöfen Unterkünfte zu bauen. Dort könnten auch Studenten wohnen.

Die Evangelische Kirche schlägt vor, still gelegte Friedhöfe in Berlin als Standorte für Flüchtlingsunterkünfte zu nutzen. Landesbischof Markus Dröge kündigte an, angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen möglicherweise eine „vierstellige Zahl“ an Plätzen zu schaffen. Zwischenzeitlich war von rund 1000 neuen Plätze die Rede.

Das berichtet der Rundfunk Berlin Brandenburg (RBB). Vor allem in Neukölln, Tempelhof, Pankow und Weißensee gibt es solche Flächen.

Barbara Eschen, die Direktorin des Diakonischen Werks, betonte, man strebe integrative Projekte an. Neben Unterkünften für Flüchtlinge könnten auch Studentenheime und reguläre Wohnungen entstehen.

Pfarrer Jürgen Quandt vom Friedhofsverband sprach von „Containerdörfern“. Er sagte, denkbar seien sowohl feste Häuser als auch deutlich schneller verfügbare Gebäude in Modulbauweise.

Auf Friedhöfen in Kreuzberg und Wedding leben bereits Flüchtlinge

Bereits jetzt leben Flüchtlinge auf Berliner Friedhöfen. So hat Pfarrer Quandt laut RBB 15 Flüchtlinge vom Oranienplatz in dem leerstehenden Verwaltungsgebäude auf dem Friedhof in der Kreuzberger Bergmannstraße untergebracht. Weitere 15 wohnen auf einem Friedhof in Wedding.

Insgesamt 100 Flüchtlinge, viele davon vom Oranienplatz, haben in der Kirche Zuflucht gefunden. Zuvor waren ihre Asylanträge in Berlin abgelehnt worden. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat inzwischen zugesichert, ihren Status noch einmal zu überprüfen zu lassen.

( tal )

Foto: dpa