Dschihadisten

Immer mehr Berliner Islamisten reisen in den „Heiligen Krieg“

Aus Berlin sind mittlerweile 90 gewaltbereite Islamisten nach Syrien oder in den Irak ausgereist. Der Verfassungsschutz warnt erneut insbesondere vor Rückkehrern.

Foto: hpl / dpa

Die Zahl der Dschihadisten, die aus der Hauptstadt in den Irak und nach Syrien gezogen sind, um eine der dortigen Terrorgruppen zu unterstützen, hat sich auf 90 erhöht. Das sagte der Leiter des Berliner Verfasssungsschutzes, Bernd Palenda, am Dienstag der Berliner Morgenpost und dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB).

Bisher sprachen die Berliner Sicherheitsbehörden von 80 Ausgereisten. Etwa ein Drittel von ihnen ist nach Angaben des Verfassungsschutz-Chefs bereits wieder in die Hauptstadt zurückgekehrt. Rund zehn der selbsternannten Gotteskrieger aus Berlin sollen getötet worden sein.

Radikalisiert und abgestumpft

Palenda warnte, dass von den Rückkehrern eine besondere Gefährdung für die innere Sicherheit ausgehen könne. Die Sicherheitsbehörden vermuten, dass viele von ihnen über Kampferfahrung verfügen und sich unter dem Einfluss von Terrororganisationen wie dem sogenannten Islamischen Staat (IS) weiter radikalisiert haben und durch die Gewalterfahrungen in der Bürgerkriegsregion abgestumpft sind.

Bundesweit liegt die Zahl der nach Syrien oder Irak ausgereisten Dschihadisten bei etwa 600. Die Zahl der Rückkehrer gibt das Bundesamt für Verfassungsschutz mit etwa 200 an. Berlin gilt, neben den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Hamburg, als Hochburg der Dschihadistenszene. Zu den bekanntesten ausgereisten Islamisten gehört der Kreuzberger Ex-Rapper Denis Cuspert. Die USA hatten ihn vor wenigen Tagen auf ihre Terrorliste gesetzt.