Berliner Senat

Blog wegen Olympia-Werbung auf NS-Plakaten abgemahnt

Auf dem Blog Metronaut hatten die Macher Werbesprüche der aktuellen Olympia-Werbung auf Plakaten der Spiele von 1936 gezeigt. Das ging dem Berliner Senat zu weit, die Blogger wurden abgemahnt.

Satire oder Verunglimpfung? Dem Berliner Blog Metronaut droht wegen der Veröffentlichung von NS-Motiven im Zusammenhang mit der Berliner Olympia-Bewerbung ein Rechtsstreit.

Der Senat sei presserechtlich gegen die Seite vorgegangen, das Verfahren sei nicht abgeschlossen, sagte der stellvertretende Senatssprecher Bernhard Schodrowski am Dienstag vor Journalisten. Der Hinweis der Urheber, dies sei nur eine Satire gewesen, ließ er nicht gelten. „Satire hat da ihre Grenzen, wo die Integrität des Senats infrage gestellt wird.“

In dem Blog war über Plakate der Olympischen Spiele von 1936 das aktuelle Bewerbungs-Logo „Wir wollen die Spiele! Berlin für Olympia“ platziert gewesen. Nach einer Abmahnung des Senats hatte Metronaut den Werbespruch mit dem Wort „zensiert“ überdeckt.

Diskussion um Spiele 1936 anregen

Mit der Aktion wolle Metronaut die Debatte über den Umgang mit der Vergangenheit beflügeln, sagte Blog-Autor John F. Nebel. „Man kann sich nicht in Berlin für Olympische Spiele bewerben und dabei 1936 ausklammern.“ Die Initiatoren überlegten nun, wie sie gegen die Abmahnung vorgehen können.

Dagegen sagte Senatssprecher Schodrowski: „Unsere Olympia-Werbung wird im Internet mit Nazi-Symbolen diskreditiert. Das kann der Senat nicht dulden. Der Senat wirbt nicht für Olympia mit einem Stadion unter Hakenkreuzfahnen.“

Sportsenator Frank Henkel (CDU) hatte erklärt, sollte Berlin den Zuschlag für die Spiele 2024 bekommen, werde es auch eine Auseinandersetzung mit den Spielen von 1936 geben.