Trauer

Abschied vom verstorbenem Richard von Weizsäcker

Berlin trauert um seinen ehemaligen Regierenden Bürgermeister und Ehrenbürger: In einem Kondolenzbuch im Roten Rathaus würdigten der Senat und viele Berliner Richard von Weizsäcker.

Foto: Krauthoefer

Abschied von Richard von Weizsäcker: Fast der gesamte Berliner Senat trug sich am Dienstag in das im Roten Rathaus ausgelegte das Kondolenzbuch für den Alt-Bundespräsidenten und ehemaligen Regierenden Bürgermeister ein.

Richard von Weizsäcker war am Sonnabend im Alter von 94 Jahren in Berlin gestorben. „In großer Dankbarkeit nimmt der Senat von Berlin Abschied von Richard von Weizsäcker“, schrieb der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD). „Er war eine große und prägende Persönlichkeit im Amt des Regierenden Bürgermeisters. Wir werden unseren Ehrenbürger nie vergessen.“

Danach gingen fast alle Senatoren an dem Kondolenzbuch vorbei. Nur Justizminister Thomas Heilmann (CDU) war verhindert.

Ein Porträtbild von Weizsäcker, eine Kerze und weiße Orchideen umrahmten das Buch. Nach den Senatsmitgliedern hatten die Berliner Gelegenheit, ihre Trauer zu bekunden und sich in das Buch einzutragen. Einige 100 schrieben sich in den ersten Stunden ein.

Von Weizsäcker galt als einer der bedeutendsten deutschen Politiker der Nachkriegsgeschichte. Von 1981 bis 1984 war der Jurist Regierender Bürgermeister von Berlin. Danach wurde der CDU-Politiker zum Bundespräsidenten gewählt und hatte dieses Amt bis 1994 inne.

Unvergessen ist die Rede von Weizsäckers zum 40. Jahrestag des Ende des Zweiten Weltkrieges 1985. Erstmals betonte ein hochrangiger Politiker, der 8. Mai sei ein Tag der Befreiung. Das Kriegsende sei nicht mehr nur als Niederlage zu verstehen, sondern als Befreiung „von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“.