Polizei

Jeder dritte Notruf in Berlin ist nur „Spaß“

Polizeipräsident Klaus Kandt beklagt die hohe Zahl von Spaßanrufen auf der 110. 450.000 Anrufe im Jahr „sollten nicht sein“, so Kandt im Innenausschuss.

Die Polizei hat an die Berliner appelliert, den Notruf 110 nicht zu missbrauchen. „Es gibt 450 000 Anrufe, die nicht sein sollten“, sagte Polizeipräsident Klaus Kandt am Montag im Innenausschuss. Das sei ein beträchtlicher Anteil der jährlichen 1,3 Millionen 110-Notrufe in der Einsatzleitzentrale der Polizei. Viele Anrufer würden sich einen Spaß machen oder wollten die Polizei ärgern. Die Behörde wolle daher die Öffentlichkeit genauer über dieses Problem informieren. Zudem sollten künftig zwölf zusätzliche Beschäftigte in der Einsatzleitzentrale für eine schnellere Bearbeitung sorgen.

75 Prozent der 110-Anrufe wurden 2014 innerhalb von zehn Sekunden entgegengenommen, wie Kandt sagte. Die Polizei möchte diese Quote allerdings seit einigen Jahren auf 90 Prozent steigern. 2013 waren es 81 Prozent, im Vorjahr 83 Prozent. An der Sicherheitslage habe diese leichte Senkung im vergangenen Jahr aber nichts geändert, sagte Kandt.

In der vergangenen Woche hatte die Gewerkschaft der Polizei die völlige Überlastung der Berliner Polizei angeprangert. Die Beamten hätten zu viele Aufgaben und dadurch zu wenig Zeit für die Kriminalitätsbekämpfung. Dementsprechend würde sie sich aus den Außenbezirken zurückziehen. Die Überlastung wirke sich auch auf den Notruf aus.