Berlin

Bildungssenatorin will mehr Schulpsychologen einstellen

5082 Schüler kommen statistisch auf einen Schulpsychologen. Das will Senatorin Sandra Scheeres (SPD) ändern. Dabei waren gerade erst vier Stellen gestrichen worden.

Die Berliner Senatsverwaltung für Bildung möchte mehr Schulpsychologen einstellen. "Für den neuen Doppelhaushalt werden im Kontext der wachsenden Stadt und der Flüchtlingsthematik wieder mehr Stellen angemeldet", sagte Beate Stoffers, Sprecherin von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD), am Sonnabend. Dabei waren zum Jahr 2015 gerade erst vier der bisher 82 Stellen für Schulpsychologen aufgrund von Haushaltseinsparungen gestrichen worden.

Auf 5082 Berliner Schüler kam nach Angaben des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) zum Schuljahr 2013/14 statistisch gesehen ein Psychologe. Damit belegte die Hauptstadt den bundesweiten Spitzenplatz bei der Versorgung mit Schulpsychologen. Laut BDP ist Berlin eines von nur drei Bundesländern, die der Mindestversorgung mit einem Schulpsychologen auf je 5000 Schüler gerecht werden.

"Deutschland hat in Europa und im Vergleich zu anderen Industrienationen die schlechteste Ausstattung mit Schulpsychologen", sagte Klaus Seifried, Direktor des schulpsychologischen Beratungszentrums Tempelhof-Schöneberg. Er ist stellvertretender Vorsitzender der BDP-Sektion Schulpsychologie. "In skandinavischen Ländern, in Holland, England, den USA, Kanada, Australien oder Neuseeland gibt es an jeder Schule einen Psychologen", sagte Seifried. "In Berlin hingegen hat ein Schulpsychologe 12 bis 15 Schulen zu versorgen."

Die Psychologen sprechen mit Schülern über eine Vielzahl von Problemen – etwa Leseschwäche, Konzentrationsprobleme, Prüfungsängste oder Konflikte mit Mitschülern. Sie hospitieren im Unterricht, beraten Lehrer und Eltern. In Berlin gibt es in jedem Bezirk ein schulpsychologisches Beratungszentrum (SPBZ) für die allgemeinbildenden Schulen. Ein zentrales SPBZ in Mitte ist für die beruflichen Schulen zuständig. In den Beratungszentren werden laut Bildungsverwaltung insgesamt knapp 10.000 Mädchen und Jungen pro Schuljahr betreut. Diese Zentren sollen nun mit den kürzlich gegründeten Beratungs- und Unterstützungszentren für inklusive Pädagogik zusammengelegt werden.

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