Berliner S-Bahn

Entwarnung nach Inspektion auf der Stadtbahntrasse

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Thomas Fülling

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Alle sieben entdeckten Schäden wurden inzwischen repariert. Anfangs wurden weitere Streckensperrungen befürchtet. Doch die sind nicht nötig. Die letzte Schadstelle wurde am Freitag instandgesetzt.

Entwarnung bei der Stadtbahn: Bei einer am Freitag abgeschlossenen Sonderinspektion der S-Bahn-Gleise zwischen Ostbahnhof und Zoologischer Garten sind keine neuen Schäden entdeckt worden, sagte ein Bahnsprecher der Berliner Morgenpost. Damit bleibt es bei den drei Schienenbrüchen und vier fehlerhaften Schweißnähten, die bereits im November und Dezember auffällig waren. Alle sieben Schadstellen sind inzwischen beseitigt worden. In der nächtlichen Betriebspause zu Freitag sei die letzte der vier Fehlerschweißungen ausgebaut und durch ein etwa zwölf Meter langes Passende ersetzt worden, so der Bahnsprecher. Weitere Streckensperrungen, wie sie anfangs befürchtet wurden, sind damit nicht mehr notwendig.

Stundenlange Behinderungen

Am 19. November waren, wie berichtet, auf der Strecke zwischen Ostbahnhof und Zoologischer Garten fast zeitgleich an drei Stellen Schienenbrüche entdeckt worden. Die provisorische Reparatur der Schäden sorgte damals für stundenlange Behinderungen des S-Bahn-Verkehrs, Zehntausende Fahrgäste kamen zu spät zur Arbeit. Schienenbrüche gelten im Eisenbahnverkehr als sehr gefährlich, da an diesen Stellen Züge leicht entgleisen können. Wie eine werkstofftechnische Untersuchung der Brüche durch die bahneigene Materialprüfanstalt in Kirchmöser (Brandenburg) ergab, waren „Schweißfehler“ die Ursache für die drei entdeckten Schienenbrüche. Die Deutsche Bahn kündigte darauf an, Regressansprüche gegenüber den mit den Schweißarbeiten beauftragten Unternehmen zu prüfen. Es soll sich dabei um Spezialfirmen handeln, die nicht zum Bahnkonzern gehören.

Strecke erst im Sommer saniert

Die Stadtbahn gilt im Berliner S-Bahn-Netz als eine der am stärksten genutzten Strecken. Dort fahren auf den drei Ost-West-Linien S5, S7 und S75 die Züge – häufig mit Hunderten von Fahrgästen voll besetzt – im Abstand weniger Minuten. Besonders ärgerlich: Erst im vorigen Sommer war die Trasse zwischen Ostbahnhof und Zoologischer Garten während einer insgesamt sechswöchigen Vollsperrung mit einem Kostenaufwand von insgesamt 17 Millionen Euro aufwendig saniert worden. Auf acht Kilometern Länge waren alle Schienen der beiden Gleise ausgetauscht worden. Damit die Reisenden während der Fahrt keine Stöße verspüren, werden die Enden der Schienenstücke verschweißt. Wegen der engen Kurvenradien und der Zugfrequenz auf der Strecke ist das eine anspruchsvolle Aufgabe, die nur von besonders zertifizierten Firmen übernommen werden kann. Die geforderten Qualitätsstandards seien bei den Arbeiten nicht eingehalten worden, konstatierte die Bahn.

Auch die vier Schienenstücke mit fehlerhaften Schweißnähten will die Deutsche Bahn von ihren Spezialisten noch prüfen lassen. Das Ergebnis der Untersuchung soll aber erst in sechs bis acht Wochen vorliegen, so der Bahnsprecher.