Wirtschaft

Investoren gehen in Berlin auf Einkaufstour

Inzwischen sind nicht mehr nur Wohnimmobilien in Berlin interesssant. Die Anleger stürzen sich auch auf Gewerbegebäude. Allerdings ist das Angebot knapp.

Foto: STRABAG Real Estate

Der Run nationaler und internationaler Kapitalanleger auf Berliner Immobilien ist nicht mehr nur auf Wohngebäude beschränkt. 2014 haben Pensionskassen, Fondsmanager, vermögende Privatpersonen, Immobilienunternehmen und auch Banken für insgesamt rund 4,36 Milliarden Euro Gewerbeimmobilien gekauft. Besonders hoch im Kurs lagen bei den Investoren Bürogebäude und Shoppingcenter. Das geht aus dem Berliner Immobilienmarkt-Report hervor, den das Maklerhaus Jones Lang LaSalle (JLL) am Donnerstag vorgestellt hat.

„Berlin hat eine tolle Story geliefert“, sagte Rüdiger Thräne, Berliner Niederlassungsleiter bei JLL. Berlin habe das Vorjahresergebnis um rund ein Viertel übertroffen. 2013 waren Gewerbeimmobilien im Wert von rund 3,53 Milliarden Euro veräußert worden. Auch in der Langzeitbetrachtung weise sich das Jahr 2014 als echtes Rekordjahr aus. „Das durchschnittliche Transaktionsvolumen der vergangenen zehn Jahre lag bei rund 2,8 Milliarden Euro“, so Thräne. Das Ergebnis ist nach Auffassung von JLL-Investmentexperte Alexander Kropf um so bemerkenswerter, weil der enorme Zuwachs nicht durch den Verkauf eines einzelnen Großprojektes zu erklären sei. Zur Erinnerung: 2007 entfielen allein 1,7 Milliarden Euro auf den Verkauf des Daimler-Quartiers am Potsdamer Platz.

Teuerste Deal: 200 Millionen Euro

„Der Verkauf des Hochhauses Upper West am Breitscheidplatz war bereits der teuerste Deal des Jahres 2014“, so Kropf. Ein deutscher Fonds hatte das erst im Bau befindliche Hochhaus, in das ein Hotel, Geschäfte und Büros einziehen sollen, für mehr als 200 Millionen Euro von der Projektentwicklerin Strabag gekauft. Der Verkauf des Kudamm-Karrees am Kurfürstendamm und des Hackeschen Quartiers in Mitte überspringen ebenfalls locker die 100 Millionen-Euro-Hürde.

Doch der Großteil der Gewerbeimmobilien wurden für unter 50 Millionen Euro veräußert. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr mehr als 160 Verkäufe registriert. „Das vor allem Immobilien für unter 50 Millionen Euro verkauft wurden, bedeutet nicht, dass es keine Nachfrage nach großen Objekten gibt“, betonte Kropf. Gerade Anleger aus Asien, darunter vor allem Pensionskassen, die den überhitzten heimischen Märkten nicht trauten, suchten überhaupt erst ab 100 Millionen Euro.

„Das Problem besteht im Moment eher auf der Angebotsseite“, so Kropf weiter. Es fehle schlicht an Verkaufsobjekten. Dennoch ist Kropf sich sicher, dass insbesondere der Anteil asiatischer Investoren 2015 erheblich zunehmen wird. Im Vordergrund stehen dabei Investoren aus China, Taiwan und Indonesien. „Auch aus dem Nahen Osten stellen wir wachsendes Interesse fest“, so der Berater. „Die Investoren sehen Berlin als boomenden Markt mit im Vergleich zu anderen Metropolen sehr günstigen Kaufkreisen und guten Renditechancen.“