„Wir sind das Volk!“

Ehemalige DDR-Bürgerrechtler starten Aufruf gegen Pegida

„Wir sind das Volk!“ - mit diesem Slogan haben die Menschen 1989 das SED-Regime gestürzt. Doch nun wird er von Anti-Islam-Bewegung Pegida missbraucht. Dagegen wehren sich Platzeck, Thierse und andere.

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Brandenburgs früherer Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hat zum Widerstand gegen die Anti-Islam-Bewegung Pegida aufgerufen. „Mit dem Schreckensbild einer sich angeblich vollziehenden „Islamisierung“ Deutschlands werden Feindbilder geschaffen und Ängste geschürt“, warnte Platzeck in einem am Dienstag veröffentlichten Aufruf.

Zutiefst empört zeigten sich der 61-Jährige und 17 weitere frühere DDR-Bürgerrechtler darüber, dass Pegida-Anhänger bei ihren Demonstrationen montags in Dresden den Ruf der Bürgerrechtsbewegung „Wir sind das Volk“ verwenden. „Diese Begriffsenteignung werden wir nicht hinnehmen“, heißt es in dem Aufruf mit dem Titel „Gegen Ressentiment und Abschottung: Für die Werte von 1989!“.

„Niederträchtiges Treiben von AfD und Pegida

„Rechtsnationalistische Organisationen wie AfD und Pegida“ versuchten sich als Erben der Bürgerrechtsbewegung von 1989 in Szene zu setzen. In Wahrheit würden sie jedoch die Werte und Prinzipien des Aufbruchs 1989 mit Füßen treten.

„Als Mitglieder und Unterstützer der damaligen Bürgerrechtsbewegung widersetzen wir uns dem niederträchtigen Treiben von AfD und Pegida mit ganzer Kraft“, schreiben die Unterzeichner. Zu ihnen gehören neben anderen Friedrich Schorlemmer, Wolfgang Thierse und Freya Klier sowie die Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen in Brandenburg, Ulrike Poppe, und die Liedermacherin Bettina Wegner.