Neujahr

2015 ist da - Laufen, Schwimmen, Katerfrühstück

Der erste Tag im neuen Jahr ist da. Statt zu faulenzen, sollte man am besten die guten Vorsätze vom Silvesterabend gleich in die Tat umsetzen und etwas unternehmen. In Berlin gibt es dazu viele Möglichkeiten.

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Die Silvesterkracher sind verböllert, die Sektflaschen sind leer, die guten Vorsätze sind gemacht. Es ist 2015. Doch was macht man mit dem angebrochenen Jahr? Man kann es mit einem Katerfrühstück beginnen. Oder beim Neujahrslauf etwas für die Gesundheit tun. Oder auf eine Feuerzangenbowle ins Nikolaiviertel gehen. Es gibt viele Gründe, gut gelaunt in die nächsten zwölf Monate zu starten.

Pflichttermin für Freizeitläufer

Der bekannte DDR-Sportreporter Heinz Florian Oertel hatte vor über 40 Jahren eine pfiffige Idee: „Die, die sonst den Spitzenläufern applaudieren, sollen selbst laufen.“ Seit 1972 gibt es den Neujahrslauf bereits. Am 1. Januar fällt um

12 Uhr der Startschuss für den „Jedermannslauf“, bei dem es weder Sieger noch Platzierungen gibt. Ohne Voranmeldung und ohne Startgebühr, allerdings wird um Spenden für die Björn-Schulz-Stiftung gebeten. Start und Ziel der rund vier Kilometer langen Strecke ist das Brandenburger Tor. Es geht bis zum Berliner Dom und zurück.

44. Berliner Neujahrslauf, Brandenburger Tor, Mitte, U55, S 2, 25 Brandenburger Tor, www.scc-events.com

Sprung in die Fluten

Wie war das mit den guten Vorsätzen? Da heißt es am Silvesterabend noch „mehr Bewegung im neuen Jahr“ und am nächsten Morgen ist alles vergessen. Das muss nicht sein und die Ausrede, es gäbe keine Möglichkeiten, zieht nicht. Denn einige Hallenbäder haben an Neujahr geöffnet. So das freizeitorientierte Wellenbad am Spreewaldplatz mit 25-Meter-Pool und 30 Grad Wassertemperatur, mit Tauch-, Sprung- sowie Wellenbecken. Ebenfalls offen: Stadtbad Schöneberg (12–20 Uhr), Stadtbad Lankwitz (14.30–22.30 Uhr), Schwimmhalle Ernst-Thälmann-Park (14.30–22 Uhr), Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (12–17 Uhr) Stadtbad Neukölln (13–22 Uhr), Stadtbad Tiergarten (10–17 Uhr).

Wellenbad am Spreewaldplatz, Wiener Str. 59H, Kreuzberg, U1 Görlitzer Bahnhof, 12–18 Uhr, Eintritt 5,50, erm. 3,50 Euro zzgl. 2 Euro für freizeitorientierte Bäder, Tel. 22 19 00 11, www.berlinerbaeder.de

Einfach mal schick frühstücken

„Gerade nach den Festtagen und durchfeierten Nächten sollten wir unseren Körper mit einem guten und abwechslungsreichen Frühstück belohnen und stärken“, sagt Peter Hampl. So empflieht der Küchenchef des Hotels Westin Grand vitaminreiche frische Säfte und Smoothies. „Smoothies mit Blaubeeren und Honig, die reich an Antioxidantien sind, sorgen für den nötigen Frischekick“, sagt Hampl. Beim opulenten Neujahrsfrühstücks-Büffet im Foyer und Restaurant Coelln des Hotels gibt es auch eine „Katerecke“ mit Fisch, darunter marinierter Lachs mit Koriander, Ingwer und Austernsauce.

Neujahrsfrühstück im Westin Grand, Friedrichstr. 158–164, Mitte, U6 Französische Straße, 7–14 Uhr, 49 Euro p. P. (inkl. Kaffee, Tee, Säfte, Begrüßungssekt), Reservierungen Tel. 20 27 33 16, www.westingrandberlin.com/neujahr

Und abends ein Tänzchen

Wer ins neue Jahr getanzt hat, kann das fortsetzen. „An Neujahr wird bei uns das Tanzbein geschwungen“, sagt Sylvia Braun von Clärchens Ballhaus. Wie jeden Donnerstag öffnet das Tanzlokal auch am 1. Januar seine Pforten für „ChaCha, Walzer & Co.“ Einziger Unterschied am Jahresanfang: Es wird nur ein Tanzkurs angeboten. Um 19.30 Uhr werden Anfänger in Standard und Latin eingewiesen (neun Euro). Der Tanz im Ballsaal beginnt um 21 Uhr und endet in der Regel ein, zwei Stunden nach Mitternacht.

Clärchens Ballhaus, Auguststr. 24, Mitte, S1, 2, 25 Oranienburger Straße, Eintritt frei, Tel. 282 92 95, www.ballhaus.de

Am Feiertag ins Museum

Ein Kleid von Coco Chanel oder Yves Saint Laurent? Eine Kreation von Christian Dior? Oder Mode, wie sie die Adligen im 18. Jahrhundert trugen? Die neue Sammlung aus 150 Jahren europäischer Modegeschichte ist seit Wiedereröffnung des Kunstgewerbemuseums Ende November zu bestaunen. Nicht minder beeindruckend: die neu aufgestellte Designsammlung mit Bauhausklassikern und Arbeiten zeitgenössischer Designer wie Philippe Starck. Wie das Museum für europäisches Kunsthandwerk vom Mittelalter bis zur Gegenwart am Kulturforum haben auch die anderen Staatlichen Museen zu Berlin am 1. 1.. von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Die Neue Nationalgalerie dagegen ist ab dem 1. Januar wegen Sanierungsarbeiten geschlossen.

Kunstgewerbemuseum am Kulturforum, Matthäikirchplatz, Tiergarten, U2, S1, 2, 25 Potsdamer Platz, Bus M29 Potsdamer Brücke, Bus M41 S Potsdamer Platz/Voßstraße, Bus M48, M85 Kulturforum, Bus 200 Philharmonie, Karten 8 Euro, erm. 4 Euro, www.smb.museum

Unterhaltung für die Kleinen

„Das einstündige Neujahrskonzert von Robert Metcalf für Kinder ab vier Jahren hat Tradition“, sagt Yvonne Heinrichsen, Sprecherin im Atze Musiktheater. Bis zu 480 große und kleine Zuhörer können um 16 Uhr im Großen Saal dabei sein. Bereits um 15 Uhr wird „Die kleine Meerjungfrau“ auf der Studiobühne (150 Plätze) inszeniert. Rund 75 Minuten ohne Pause dauert Hans-Christian Andersens Märchen für Mädchen und Jungen ab fünf Jahren.

Atze Musiktheater, Luxemburger Str. 20, Wedding, U9 Amrumer Straße, je 9 Euro., Familien 8 Euro p.P., Tel. 817 99 188, www.atzeberlin.de

Zeitreise in die 20er-Jahre

„Mein kleiner grüner Kaktus“: Das sangen einst die legendären Comedian Harmonists. Heute sind es die Berlin Comedian Harmonists: Sechs Berliner Sänger und Musiker im Frack, mit Fliege und makellos gegelten Haaren, die die Ohrwürmer der 20er- und 30er-Jahre zu neuem Leben erwecken. Regelmäßig gibt das Ensemble auch Konzerte im Steglitzer Theater von Dieter Hallervorden, so auch an Neujahr. Rund zwei Stunden, Pause inklusive, dauert diese hochmusikalische und typisch Berliner Begrüßung des Jahres 2015.

Schlosspark Theater, Schloßstr. 48, Steglitz, S1, U9 Rathaus Steglitz 19 Uhr, 18–23 Euro, Tel. 789 56 67-100, schlosspark-theater.de

Matjes und Räucherfisch

„Natürlich gibt es Matjes und Räucherfische“, sagt eine Mitarbeiterin der Eierschale. Die sind ein Muss beim traditionellen „Riesen Kater Büffet“ der bekannten Gastroadresse im Süden Berlins, die rund 400 Plätze bietet. Mit etwa 200 verschiedenen herzhaften und süßen Leckereien wie Rührei, Bauernsalat, Blechkuchen und Panna cotta wird ins neue Jahr gestartet. Musikalisch untermalt wird der Brunch von einem Swing-Trio. Tipp: Unbedingt reservieren.

Eierschale Dahlem, Podbielskiallee 50, Dahlem, U3 Podbielskiallee Neujahrsbrunch 9 –15 Uhr, 16,50 Euro p.P., Tel. 83 22 83 87, www.berliner-eierschale.de

Pfeiffer mit „3 f“

Auch nach 70 Jahren ist die „Feuerzangenbowle“ ein Publikumsliebling. Der Filmklassiker, in dem Heinz Rühmann in einer Doppelrolle brilliert, wird bis zum 4. Januar in einem ungewöhnlichen „Open-Air-Kino“ gezeigt: im Nikolaiviertel. „Wir haben vor der Nikolaikirche eine große Leinwand aufgebaut und zeigen den Film bis dahin täglich im Zwei-Stunden-Takt“, sagt Veranstalter Bastian Greiner-Bäuerle von B.concepts. Selbstverständlich wird auch Feuerzangenbowle angeboten.

Die Feuerzangenbowle im Nikolaiviertel, Nikolaikirchplatz, Mitte, U2 Klosterstraße, Bus M48, 248 Nikolaiviertel, 12–21 Uhr, Eintritt frei, www.facebook.com/feuerzangenbowleberlin

Berliner Evergreens

„Paul Linckes ‚Das ist die Berliner Luft’ oder ‚Schlösser, die im Monde liegen’ sind Operetten-Ohrwürmer“, sagt Birgit Faehse vom Concert Management CM Reimann. Zum dritten Mal findet ein Neujahrskonzert im Admiralspalast statt. Knapp zwei Stunden dauert das „Hier ist die Berliner Luft“-Neujahrskonzert des Orpheus Salon Orchesters unter der Leitung von Wolfram Korr, der auch die Moderation übernimmt.

Admiralspalast, Friedrichstr. 101, Mitte, U u. S Friedrichstraße, 16 Uhr, Karten kosten 44,80 Euro, www.admiralspalast.de

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