Millionen fürs Land

Steuersünder zeigen sich in Berlin häufiger selbst an

Uli Hoeneß hat es vorgemacht. Seit der Selbstanzeige des Ex-Bayern-Präsidenten machen immer mehr Steuersünder reinen Tisch – auch in Berlin. Dem Land bescherte das einen Millionen-Geldsegen.

In Berlin haben sich in diesem Jahr deutlich mehr Steuersünder selbst angezeigt als in den Vorjahren. Bis Mitte Dezember offenbarten sich nach Zahlen der Senatsfinanzverwaltung 1220 Berliner den Behörden. Das sind etwa ein Viertel mehr als im Jahr 2013 und viermal mehr als 2012. Von Januar an wird es für Steuerbetrüger deutlich teurer, mit einer Selbstanzeige straffrei davonzukommen.

Besonders viele Anzeigen gab es schon im ersten Quartal dieses Jahres. Davor hatten prominente Steuerbeichten wie die des damaligen Bayern-München-Präsidenten Uli Hoeneß für Aufsehen gesorgt. Seine Selbstanzeige dürfte viele Nachahmer gefunden haben.

Nachzahlungen von fast 60 Millionen Euro

Die Abgaben, die Steuerhinterzieher zurückzahlten, um einer Strafe zu entgehen, bescherten dem Land einen Geldsegen: Berlin verbuchte in diesem Jahr Nachzahlungen von fast 60 Millionen Euro. Das ist mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr.

Seit 2010 spülten Selbstanzeigen nach dem Kauf von Steuer-CDs rund 195 Millionen Euro in die Berliner Landeskasse. Insgesamt erstatteten 3536 Steuersünder im Zusammenhang mit Geldanlagen in der Schweiz, Luxemburg und Liechtenstein Anzeige gegen sich selbst.

Von Januar an sinkt die Grenze, bis zu der Steuerhinterziehung bei einer Selbstanzeige straffrei bleibt, von 50 000 auf 25 000 Euro. Bei höheren Hinterziehungsbeträgen wird nur gegen Zahlung eines happigen Zuschlags von einer Strafverfolgung abgesehen: Ab 25 000 Euro wird ein Aufschlag von 10 Prozent fällig, bei 100 000 Euro sind es 15 Prozent, bei einer Million verlangt der Fiskus 20 Prozent mehr. Zudem verjähren die Taten künftig erst nach zehn Jahren.