Kinderpressekonferenz

„Kannst Du eigentlich wirklich hexen, Bibi Blocksberg?“

Zum Filmstart von „Bibi & Tina – Voll verhext“ befragen 130 junge Reporter der Morgenpost im Zoo Palast die Hauptdarstellerinnen Lina Larissa Strahl und Lisa-Marie Koroll sowie Regisseur Detlev Buck.

Foto: Reto Klar

Was für ein verhext-tolles Weihnachtsfest für die Fans von Bibi und Tina: Rund 130 Nachwuchsreporter konnten am Tag der Kino-Premiere von „Bibi & Tina – Voll verhext!“ die Hauptdarstellerinnen Lina Larissa Strahl, 17 (Bibi), Lisa-Marie Koroll, 16 (Tina) und Regisseur Detlev Buck kennenlernen. Bei einer Kinderpressekonferenz der Berliner Morgenpost und des Filmverleihs DCM im Zoo Palast wollten die Nachwuchsreporter viel wissen: Wie lange hat der Dreh gedauert? Warum ist die Freundschaft zwischen Bibi und Tina so besonders? Wird es noch einen dritten Teil geben? Die Fragen der Kinderreporter und die Antworten der Bibi & Tina-Stars dokumentieren wir heute:

Madita, 9: Wart Ihr eigentlich früher auch schon Fans von Bibi und Tina?

Lina Larissa Strahl: Ich habe die Kassetten alle gehört, bin damit aufgewachsen. Auch mit Benjamin Blümchen und so...

Lisa-Marie Koroll: Auch ich hatte alle Kassetten – und außerdem so einen coolen Rekorder. Da konnte man bei den ganzen Melodien mitsingen.

Was ist denn so cool an Bibi und Tina?

Lisa-Marie: Es geht um Freundinnen, um Pferde und um Abenteuer, die man mit seiner besten Freundin erlebt. Das ist cool.

Detlev Buck: Ich habe auch 79 Kassetten von Bibi und Tina immer wieder vorgespielt bekommen – und eigentlich konnte ich mir nicht vorstellen, einen Film darüber zu machen. Die Welt von Bibi und Tina ist eine heile Welt, im besten Sinne. Die beiden sind einfach ein Phänomen. Und Hexen ist natürlich auch eine ungewöhnliche Begabung.

Hanna, 11: Warum haben Sie Bibi und Tina mit echten Schauspielern verfilmt?

Buck: Nachdem ich alle Folgen im Auto gehört habe, konnte ich irgendwann nicht mehr anders. Ich habe mir gedacht, entweder mache ich einen Film mit Erwachsenen, in dem es um Beziehungsprobleme geht. Oder ich gehe raus in die Landschaft, drehe mit Pferden und Jugendlichen und habe Spaß am Arbeiten. Es ist toll, zu erleben, wie der Sommer kommt und geht. Diese Freude habe ich versucht, in den Film zu übertragen.

Julia, 9: Wo habt Ihr überall gedreht?

Lisa-Marie: In Berlin und Brandenburg, Sachsen-Anhalt und auch in Schleswig-Holstein am Meer.

Jule, 8: Und wie lange hat es gedauert, bis der Film fertig war?

Lisa-Marie: Also gedreht haben wir sechs Wochen, in den Sommerferien.

Buck: Damit ist der Film natürlich nicht fertig. Die Tonarbeiten haben allein bei diesem Film acht Wochen gedauert. Dann wird die Musik komponiert, die Songs werden überarbeitet. Der letzte Arbeitstag war für uns Mitte letzter Woche. Nach dem Dreh dauert es meist ein halbes Jahr, bis alles fertig ist – und das ist dann schnell.

Jette, 11: Wie viele Filmminuten schafft man am Tag?

Buck: Ha! Das könnt ihr ausrechnen: Wir haben 30 Tage gedreht, und der Film ist hundert Minuten lang – also? Über den Daumen gepeilt sind das etwa drei, vier Minuten am Tag.

Sophie, 7: Die Frage ist nur an Bibi gerichtet: Kannst Du wirklich hexen? (Freude im Publikum)

Lina Larissa: Also Bibi kann in echt hexen, und ich würde das auch gern können. Zumindest ein paar kleine Tricks.

Emilia, 8: Aber wie hat Bibi gehext?

Lina Larissa: Man muss natürlich den richtigen Spruch haben. Und das richtige Buch – dann klappt das, und es macht großen Spaß. Außerdem habe ich noch meine Mutter, die Barbara Blocksberg, die hat mir alles beigebracht.

Antonia, 10: Haltet Ihr Euch immer ans Drehbuch, oder improvisiert Ihr auch?

Lina Larissa: Grundsätzlich halten wir uns ans Drehbuch, aber ein kleines Stückchen Freiheit haben wir auch.

Lisa-Marie : Es ist sogar in gewisser Weise erwünscht, dass wir improvisieren ...

Chiara, 11: Welche Szene hat Euch am meisten Spaß gemacht?

Lina Larissa: Das ist schwer zu beantworten, weil es sehr viele tolle Szenen gibt.

Lisa: Also, mir haben die Szenen besonders gefallen, in denen ich selbst reiten durfte.

Buck: Ich finde die Szenen, in denen es um Themen wie Vertrauen geht, ganz wichtig.

Lina Larissa: Auch cool war die Szene, in der ich Tarik eine Backpfeife geben muss. Das war wirklich nicht ganz einfach, weil es ja spontan aussehen musste.

Buck: Du hast ihn sogar einmal zu früh geschlagen. (Gelächter)

Wie oft hast Du ihn schlagen müssen, bis es richtig gut war?

Lina: Fünfzehn Mal. Er hatte irgendwann eine echt rote Backe und hat angefangen zu zucken.... (Gelächter)

Carolin, 12: Hattet Ihr Doubles, zum Beispiel beim Reiten?

Lina Larissa: Nur bei ganz gefährlichen Szenen.

Lisa-Marie: Beim Reiten ist das aus rechtlichen Gründen wichtig. Auch, obwohl ich reite, seit ich sieben oder acht Jahre alt bin und ein eigenes Pferd habe.

Francis, 11: Hast Du Dein eigenes Pferd auch Amadeus genannt?

Lisa-Marie: Nein, der heißt Nemo. Weil er ein blaues Auge hat, und das nennt man im Pferdesport Fischauge.

Louisa, 8: Heißen Sabrina und Amadeus auch in echt so?

Buck: Nein, sie heißen anders. Aber es sind auch mehr als zwei Pferde, das wäre sonst beim Drehen zu anstrengend für die Tiere.

Juli, 8: Wo kriegt Ihr die Pferde denn her?

Lisa-Marie: Die Pferde sind Filmpferde und werden genau wie die Schauspieler ausgesucht und dann zu den Drehorten gefahren.

Bianca, 10: Wie seid Ihr beiden zur Schauspielerei gekommen?

Lina Larissa: Ich habe bei der Kika-Castingshow „Dein Song“ gewonnen, habe also eigentlich mit dem Singen angefangen. Das hat dann eben die Produktionsfirma von Bibi und Tina gesehen...

Lisa-Marie: Ich habe mit sieben Jahren angefangen zu schauspielern, wurde schon in der Schule entdeckt. Acht Jahre habe ich in der Serie „Familie Dr. Kleist“ mitgespielt, aber in einem Kinofilm habe ich vorher noch nicht mitgemacht.


Was macht mehr Spaß: Singen oder Schauspielerei?


Lina Larissa: Beim Drehen ist die Atmosphäre toll, die Arbeit im Team – beim Singen ist man ja immer allein. Spaß macht aber beides!

Maricel, 8: Und was muss man tun, um eine nächste Bibi oder Tina zu werden?

Buck: Das entscheidet nicht der Regisseur allein. Da muss ganz viel zusammen kommen. Glück auch, denn man muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, Talent haben, Energie und Frische. Die beiden hier (zeigt auf Lina und Lisa) passten auch als Team gut zusammen. Und die beiden passen zu Bibi und Tina – wie die Faust aufs Auge! Das alles muss beim Casting stimmen.

Lina Larissa: Es war das erste Casting, das ich jemals hatte: Und ich war echt aufgeregt, hatte Angst, den Text nicht zu können. Ich habe beim Casting auch mit verschiedenen anderen Mädchen zusammen gespielt. Aber als ich dann mit Lisa gespielt habe, dachte ich: ,Okay, wenn sie es jetzt nicht wird, dann will ich die Rolle auch nicht haben.’

Lisa-Marie: Ich war auch echt aufgeregt – das war schließlich eine große Sache. Aber beim Casting herrschte eine tolle Atmosphäre.

Livia, 10: Was habt Ihr gedacht, als Ihr dann gefragt worden seid, ob Ihr in dem Film mitspielen wollt?

Lina: Ich war gerade auf einem Frankreich-Austausch und habe das zunächst nicht richtig realisiert. Ich wusste auch erst einmal nicht, wie ich mich fühlen sollte, denn ich bin ungern allein. Und einen Film zu drehen, heißt ja, zwei Monate lang nur mit Unbekannten zu tun zu haben. Ich habe mir aber gesagt: Du gehst da einfach hin, man wird sich schon um dich kümmern. Und jetzt kann ich sagen, dass der Film das Coolste war, was mir je passiert ist.

Lisa: Ich bin zum Casting mit der Einstellung gegangen: Wenn es klappt, ist das großartig, und wenn nicht, dann ist das auch nicht schlimm. Als ich die Zusage hatte, habe ich mich natürlich riesig gefreut.

Tim, 10: Lisa, wolltest Du schon immer Schauspielerin werden?

Lisa: Eigentlich wollte ich Tierärztin werden, wie ja so ziemlich jedes Mädchen. Oder Sängerin. Aber jetzt macht mir die Schauspielerei wirklich Spaß.

Clara, 10: Seid Ihr beiden auch im echten Leben Freunde?

Lina Larissa: Ja! Bei uns beiden hat es sofort gefunkt, als wir uns gesehen haben.

Lisa-Marie: Das sind wir!

Lilli, 12: Passen die Figuren Bibi & Tina auch im wirklichen Leben zu Euch?

Lisa: Tina passt schon zu mir. Sie ist ja sehr liebenswürdig, aber zum Beispiel auch nachtragend, das bin ich nicht.

Lina: Ich kann mich ziemlich gut mit Bibi identifizieren, diese flippige Art passt zu mir. Beide sind ja sehr lebensfroh, das sind wir auch.

Lisa, 8: Wollt Ihr beiden manchmal die Rollen tauschen?

Lisa-Marie: Ich bin gern Tina. Aber natürlich würde ich gern manchmal auch hexen können.

Lina Larissa: Und ich bin gern Bibi. Aber bei dieser einen Szene, als Tina im Mauerloch stecken bleibt, da wäre ich gern sie gewesen. Das fand ich lustig!

Hannah, 9: Lina, ist es schwer für Dich, neben der Arbeit beim Film die Schule zu schaffen?

Lina Larissa: Nein, das geht schon. Man muss sich natürlich ein bisschen mehr anstrengen, aber das ist zu schaffen. Und gedreht wird ja in den Ferien.

Lotte, 12: Wie ist das, wenn Ihr auf der Straße erkannt werdet? Sprechen die Leute Euch dann als Bibi und Tina an – oder als Lina und Lisa?

Lisa-Marie: Oft trauen sich die Kinder gar nicht, einen anzusprechen. Als ich letztens einkaufen war, habe ich mich gefragt, warum sie dauernd hinter mir herlaufen. Dann hat mich der Papa angesprochen.

Lina Larissa: Vorletztes Wochenende am Bahnhof hat ein Mädchen aus einer Fünfergruppe immer zu mir rübergeguckt. Als ich das irgendwann bemerkt habe, hat sie sich schnell weggedreht. Dann gab es Getuschel. Alle guckten rüber und rannten ganz schnell weg. So ist das oft.

Emily, 12: Lisa, stimmt eigentlich das Gerücht, dass Du mit Emilio zusammen bist? (Emilio Moutaoukkil spielt die Rolle des Tarik, Anm. d. Red.)

Lisa-Marie: . . .

Buck: Die beiden kennen sich gut, ja. . .

Amina, 8: Habt Ihr Euch extra für den Film die Haare gefärbt? Du hast nicht wirklich so blonde Haare, oder?

Lina Larissa: Da hast Du recht. Meine Haare sind für den Film blonder geworden.

Lisa-Marie: Und meine roten Haare sind gefärbt, aber das habe ich schon vor dem Casting getan, und es passt gut zu mir.

Emily, 11: Und wie lange sitzt Ihr immer in der Maske?

Lina: Also ich bin immer früher dran als Lisa, weil meine Haare und Sommersprossen sehr viel Zeit brauchen. Alles in allem dauert das eine Stunde.

Charlotte, 9: Wollt Ihr Schauspielerinnen bleiben?

Lina Larissa: Ich weiß noch nicht so richtig, was ich werden will. Deswegen weiß ich auch nicht, was ich bleiben will. (Lacht) Ich finde die Schauspielerei echt cool, aber ich könnte mir genauso gut vorstellen, etwas ganz Normales zu werden. Ich will erst mal ins Ausland, und dann weiß ich hoffentlich, was ich werden will.

Lisa-Marie: Bei mir sieht es ähnlich aus. Wenn Angebote kommen, nehme ich die gern an, aber ich würde mich auch für etwas Anderes begeistern können. Auf jeden Fall möchte ich etwas im Bereich Medien machen.

Carsten Erdmann: Was sagt denn Detlev Buck? Haben Sie einen Tipp für die vielen, die Schauspieler werden wollen?

Buck: Wollen das so viele? Wer von Euch will Schauspieler werden? (Zahlreiche Hände gehen nach oben) Na, sagen wir mal, dass das ein Drittel ist. So viele, muss ich sagen, braucht man gar nicht. (Lachen im Publikum) Wir brauchen mehr Zuschauer als Schauspieler. Man muss sich also auf viel Konkurrenz einstellen und darf sich nicht so unter Druck setzen. Ich kenne auch viele Eltern, die ihre Kinder zu sehr pushen. Ich habe zum Beispiel einmal ein Casting erlebt, wo ich einem der Kinder gesagt habe: Mensch, Du hast das letztes Mal so locker gespielt, und jetzt machst Du es so ganz anders. Da hat das Kind gesagt, ja, das wollte meine Mutter so, und das war eben keine gute Idee. Deshalb: Es muss Euch Spaß machen, sonst ist es verkrampft.

Emily, 12: Was würdet Ihr lieber machen: Einen dritten Teil von „Bibi & Tina“ oder in den Ferien wegfahren?

Lina Larissa: Einen dritten Teil zu machen wäre toll!

Lisa-Marie: Das wäre schon besser, als Sommerferien zu haben. Ich drehe lieber, als in die Ferien zu fahren.

Heißt das, ein dritter Teil ist möglich?

Buck: Man weiß es nie so genau beim Film – es kann immer viel passieren...

Aufgezeichnet von Britta Klar und Leo Ross