Reizgasattacke

Vier maskierte Räuber überfallen das Berliner KaDeWe

Maskierte Täter haben am Sonnabendmorgen einen Überfall auf das Berliner Luxus-Kaufhaus KaDeWe verübt. Sie hatten es offenbar auf Luxus-Uhren in der Schmuckabteilung abgesehen, setzten Reizgas ein.

Mitten im Weihnachtsgeschäft haben vier maskierte Täter am Sonnabendmorgen gegen 10.30 Uhr das Luxuskaufhaus KaDeWe in Berlin-Schöneberg überfallen.

Die Räuber hatten es in der Schmuckabteilung auf die Filiale des Juweliers Christ abgesehen. Dort zerschlugen sie die Vitrinen mit mitgebrachten Werkzeugen. In den Schaukästen sollen unter anderem Uhren der Luxus-Marke Rolex und der Firma Chopard ausgestellt gewesen sein, wie die Berliner Morgenpost erfuhr.

Nach dem Überfall entkamen die vier Männer unerkannt über den Ausgang an der Ansbacher Straße. Dort hatte eine dunkelgraue Limousine der Marke „Audi“ mit geöffneten Türen gewartet und war dann in hohem Tempo über die Kleiststraße in Richtung Urania davongeprescht, wie eine Zeugin der Berliner Morgenpost sagte.

Zunächst hatte es geheißen, die Täter seien mit Gaspistolen bewaffnet gewesen. Später stellte sich heraus, dass sie „nur“ Reizgas versprüht hatten.

Beute in unbekannter Höhe

Mitarbeiter und Kunden verließen kurz nach dem Überfall das KaDeWe. Das Haus wurde vorübergehend geschlossen. 15 Menschendarunter ein kleines Kind, wurden in Rettungswagen der Berliner Feuerwehr wegen Augenreizungen behandelt. Ein Sicherheitsmitarbeiter musste in eine Klinik eingeliefert werden. Er soll direkt mit Reizgas besprüht worden sein. Unbestätigten Angaben zufolge soll das Gas über die Klimaanlage in mehrere Stockwerke gelangt sein. Bisher gibt es keine Informationen über weitere Verletzte.

Die Polizei ist zurzeit noch vor Ort und befragt Zeugen. Eine Großfahndung wurde eingeleitet. „Es wurde Beute gemacht“, sagte ein Polizeisprecher. Wie viel und was die Räuber mitnahmen, war aber zunächst unklar. Die Tageseinnahmen des Vortags sollen sich zum Zeitpunkt der Tat noch im Kaufhaus befunden haben. Auf diese hatten es die Täter aber offenbar nicht abgesehen. Der Überfall habe nur wenige Minuten gedauert, sagte eine Polizeisprecherin.

Das Kaufhaus wurde nach dem Überfall vorübergehend geschlossen, kurz vor 12 Uhr aber wieder für den Kundenverkehr geöffnet. Einzelne Bereiche der Schmuckabteilung sollten für den Rest des Tages geschlossen bleiben, sie wurden von der Polizei mit Stellwänden abgeschirmt. Auch der Eingang an der Ansbacher Straße wurde mit Flatterband abgesperrt.

Eine KaDeWe-Kundin erlebte den Überfall so:

Zahlreiche Überfalle in der City West

Der Überfall auf das KaDeWe ist bisher der jüngste in einer Kette von spektakulären Taten im Bereich des Kurfürstendammes.

Erst im August hatten zwei Einbrecher - ebenfalls an einem Sonnabendmorgen - im KaDeWe zahlreiche Luxus-Uhren erbeutet. Sie schlugen die Schaufenster ein und nahmen die Auslage mit. Die Täter flohen mit einem Auto, dessen Kennzeichen zuvor gestohlen worden waren. Der Schaden lag laut Polizei im fünfstelligen Bereich.

Vor einem Jahr gab es einen spektakulären Überfall auf einen Geldtransporter an der Tauentzienstraße. Zwei Männer lauerten am 30. Dezember der Besatzung eines Transportunternehmens auf und bedrohten sie mit mehreren Schusswaffen, als sie gerade die Einnahmen aus dem Modegeschäft Peek & Cloppenburg in ihr Fahrzeug luden.

Nur wenige Tage zuvor hatte sich ein weiterer Einbruch in der City West ereignet. Einen Tag vor Heiligabend traf es den Apple Store am Kurfürstendamm. Dort raste am frühen Morgen ein Auto durch die Schaufenster des geschlossenen Geschäftes. Die Einbrecher erbeuteten iPads, iPhones und Mac Books.

2009 hatte sich ein spektakulärer Millionen-Einbruch im KaDeWe ereignet. Auch damals war der Juwelier Christ Ziel der Täter gewesen. In Niedersachsen wurden nach aufwendigen Ermittlungen zwei dringend tatverdächtige libanesische Zwillingsbrüder festgenommen. In dem Aufsehen erregenden Fall konnte allerdings nicht geklärt werden, welcher von beiden die Tat begangen hatte.