Gesetze & Tarife

Was sich 2015 alles für die Berliner ändert

2015 bringt den Berlinern eine Reihe wichtiger Neuerungen. Einige bedeuten mehr Geld in der Tasche, andere jedoch das Gegenteil. Eine Übersicht.

Im neuen Jahr ändert sich manches für die Berliner. Der Mindestlohn, eine leichte Steuerentlastung, Beiträge zur Sozialversicherung, aber auch neue Fahrpreise im Verkehrsverbund werden sich im Geldbeutel bemerkbar machen.

NAHVERKEHR

Fahrkarten für Busse und Bahnen werden in Berlin und Brandenburg zum Jahreswechsel durchschnittlich 2,3 Prozent teurer. Ein Einzelfahrschein in Berlin (Tarifbereich AB) kostet ab 1. Januar 2,70 Euro statt 2,60 Euro. In Potsdam bleibt es bei 1,90 Euro. Eine Monatskarte Berlin AB kostet 79,50 Euro statt bisher 78 Euro. Eine Jahreskarte im Abonnement kostet 707 Euro statt 690 Euro.

EINKOMMENSTEUER

Arbeitnehmer können mit leichten Steuerentlastungen rechnen. Nach einem Entwurf für den neuen Existenzminimumbericht der Regierung muss der steuerliche Grundfreibetrag für Alleinstehende in zwei Stufen bis 2016 angehoben werden. Die Regierung erwartet, dass der Freibetrag im kommenden Jahr von derzeit 8354 Euro um 118 Euro auf zunächst 8472 Euro angehoben werden muss. Damit hätten Arbeitnehmer etwas mehr Geld, da der Fiskus erst bei Jahreseinkommen über diesem Betrag Steuern abzieht. Auch die Kinderfreibeträge müssen angehoben werden, was zu einer zusätzlichen Entlastung führt.

SOZIALVERSICHERUNG

Auf Gutverdiener kommen höhere Beiträge zu. Das liegt an einer Erhöhung der Bemessungsgrenzen, bis zu denen Sozialbeiträge gezahlt werden müssen. So müssen künftig in der Rentenversicherung in Westdeutschland bis zu einem Monatsverdienst von 6050 Euro (zuvor: 5950 Euro) Beiträge entrichtet werden. Im Osten steigt die Obergrenze von bislang 5000 auf 5200 Euro. In der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung steigt die bundesweit einheitliche Grenze von derzeit 4050 auf 4125 Euro pro Monat (49 500 Euro im Jahr).

KRANKENVERSICHERUNG

Für Beitragszahler in der gesetzlichen Krankenversicherung sinkt der allgemeine Satz von 15,5 Prozent auf 14,6 Prozent, den sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils zur Hälfte teilen. Zudem fällt der bisherige Sonderbeitrag von 0,9 Prozent weg – die Kassen können von ihren Mitgliedern künftig aber einen vom Einkommen abhängigen Zusatzbeitrag verlangen. In der PFLEGEVERSICHERUNG steigt der Beitragssatz um 0,3 Prozentpunkte. Für Kinderlose liegt er künftig bei 2,6 Prozent, für die übrigen Versicherten bei 2,35 Prozent.

MINDESTLOHN

Rund 3,7 Millionen Beschäftigte des Niedriglohnsektors sollen vom neuen Jahr an direkt vom allgemeinen, flächendeckenden Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde profitieren. Es gibt allerdings Ausnahmen und Übergangsfristen.

ARBEITSLOSE

Der Regelsatz für alleinstehende Langzeitarbeitslose (Hartz IV) steigt im Januar um acht Euro auf 399 Euro im Monat. Leben zwei Erwachsene in einer „Bedarfsgemeinschaft“ zusammen, erhalten sie künftig jeweils 360 Euro pro Person, sieben Euro mehr als 2014.

SED-OPFER

Die Opferrente für politische Häftlinge der DDR erhöht sich im kommenden Jahr um 20 Prozent. Der seit dem Jahr 2007 geltende Höchstsatz steigt damit von 250 auf 300 Euro. Rund 7000 Berliner beziehen die Opferrente. Sie steht Menschen zu, die in der DDR mindestens ein halbes Jahr aus politischen Gründen inhaftiert waren und als finanziell bedürftig gelten. Auch die Zahlung an politisch Verfolgte, die in der DDR ihren Beruf nicht ausüben konnten, steigt – und zwar von 184 auf 214 Euro.