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Buslinie 167 - Neuer Fahrplan hängt Schüler ab

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Regina Köhler

Mit dem Winterfahrplan bietet die BVG auf vielen Strecken bessere Takte. Doch die Buslinie 167 wird eingestellt. Viele Kinder können nun nicht mehr auf direktem Weg zu ihrer Schule in Treptow fahren.

Eltern, deren Kinder die Freie Waldorfschule Südost am Bruno-Bürgel-Weg in Treptow besuchen, streiten sich gerade mit der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Es geht um die Einstellung der Buslinie 167. Für viele Kinder aus Alt-Treptow und Neukölln hat diese Entscheidung fatale Folgen.

Die Kinder können nicht mehr auf direktem Weg mit dem Bus zur Schule fahren. Die Eltern fordern deshalb, dass die Einstellung der Linie 167 zurück genommen wird. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, haben sie eine Initiative gegründet, die den bezeichnenden Namen „Pro 167“ trägt. Eltern zweier Grundschulen, die in der Nähe der Waldorfschule liegen, haben sich dieser Initiative angeschlossen.

Eine der Mitbegründerinnen des Elternprotests ist Ritva Grießig. „Für 35 bis 40 Schüler ist die Einstellung der Linie 167 ein großes Problem.“ Sie könnten nun nicht mehr mit dem Bus zur Schule durchfahren, sondern müssten an einer stark befahrenen Kreuzung in einen anderen Bus umsteigen. Das sei gefährlich. Außerdem würden sie nun immer etwas zu spät zur Schule kommen. Zum Umsteigen müssten sie obendrein einige Hundert Meter zu einer anderen Haltestelle laufen, hätten dazu aber nur zwei bis drei Minuten Zeit. „Die Kinder können zwar auch etwas später an einer kleineren Haltestelle noch umsteigen. Dann müssen sie aber zehn bis 15 Minuten auf den Anschlussbus warten“, sagt Ritva Grießig. Für Sechs- bis Zehnjährige sei das viel zu lange.

Viele Eltern würden ihre Kinder nun mit dem Auto zur Schule bringen müssen, sagt Grießig. „Das widerspricht der guten Vereinbarkeit von Beruf und Familie.“ Auch der Erziehung zur Selbstständigkeit stehe es im Wege. „Das kann BVG-Chefin Sigrid Nikutta nicht wollen.“ Die Buslinie 167 ist mit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember weggefallen. Die Linie reichte bisher vom Neuköllner U-Bahnhof Boddinstraße bis zum Müggelschlößchenweg in Köpenick. Stattdessen gibt es nun eine neue Buslinie mit der Nummer 165. Diese Linie fährt zwar auch bis zum Müggelschlößchenweg, allerdings vom U-Bahnhof Märkisches Museum aus. Die Schüler können in diesen Bus deshalb erst an der Haltestelle Puschkinallee/Elsenstraße einsteigen. Dazu müssen sie eine stark befahrene Straße überqueren.

Änderungen sorgfältig geprüft

Möglich wäre außerdem, dass die Kinder mit der Linie 166 fahren. Die startet am U-Bahnhof Boddinstraße, fährt aber nur bis zum S-Bahnhof Schöneweide. Die Kinder müssten unterwegs oder in Schöneweide umsteigen. Auch das bedeutet Wartezeiten von mehr als zehn Minuten.

BVG-Sprecher Markus Falkner erklärt die Veränderungen damit, dass es eine starke Nachfrage auf der Strecke zwischen Treptow und der City gebe. Die Änderungen seien sorgfältig geprüft und mit den Bezirken abgestimmt worden. „Mit dem Bus 166 bleibt zudem eine Direktverbindung zwischen Neukölln und Schöneweide erhalten, die zum großen Teil dem Linienverlauf der alten Linie 167 folgt“, sagt Falkner. Einige der Kunden, die bisher mit dem 167er Bus gefahren sind, müssten nun zwar umsteigen. Das seien aber nur wenige, verglichen mit der hohen Zahl an Kunden, für die die Änderung Vorteile bringe. Das Umsteigen sei zudem an etlichen Haltestellen direkt und ohne Fahrbahnüberquerung möglich.