Christian Göke

Messe Berlin macht 2014 einen Rekordumsatz

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Björn Hartmann

Foto: Rainer Jensen / dpa

Grüne Woche, ITB und IFA - diese und viele weitere Veranstaltungen in den Hallen am Funkturm haben der Messe Berlin in diesem Jahr ein Rekordergebnis beschert.

Für die Messe Berlin ist dieses Jahr trotz der Personalquerelen wirtschaftlich außerordentlich gut gelaufen: Das Unternehmen wird einen Rekordumsatz ausweisen. Auch der Gewinn fällt höher aus als üblich. Insgesamt kamen zu 69 Messen und Kongressen mehr als 1,9 Millionen Besucher. Die Mehrzahl der Veranstaltungen habe über Plan abgeschlossen, sagte Messechef Christian Göke am Dienstag. Für 2015 sei ein deutliches Wachstum geplant.

Insgesamt setze die Messe Berlin im laufenden Jahr mehr als 265 Millionen Euro um, wie Göke sagte. Das bisher umsatzstärkste Jahr der Unternehmensgeschichte war 2012 mit rund 247 Millionen Euro. Vorgenommen hatten sich Göke und sein Team für 2014 rund 250 Millionen Euro.

Auch beim Gewinn lief es erfreulich. Göke sprach von einem hohen einstelligen Millionenbetrag. Die genaue Zahl wollte er noch nicht nennen. Die Summe wird er an den Eigentümer der Messe, das Land Berlin, überweisen. 2012 hatte der Gewinn 5,4 Millionen Euro betragen.

Die Messe vergleicht jeweils die Zahlen gerader oder ungerader Jahre miteinander, weil es bestimmte Messen nur alle zwei Jahre gibt. So organisierte das Unternehmen 2014 unter anderem die Bautec, die Internationale Luftfahrtausstellung (ILA) und die Bahntechnik- und Mobilitätsmesse InnoTrans, die das nächste Mal 2016 geplant sind. 2013 hatte die Messe 190 Millionen Euro umgesetzt und 0,8 Millionen Euro Gewinn ausgewiesen.

Stilllegung des ICC kostet Millionen

Vor allem der Gewinn hätte nach Aussage Gökes 2014 noch höher ausfallen können, wenn es nicht einige politische Entscheidungen gegeben hätte, die die Messe Geld gekostet haben: So kürzte das Land den Zuschuss für die Instandhaltung der Messegebäude von 14 auf 10 Millionen Euro. Die Messe nutzt das Gelände am Funkturm und kümmert sich um die Gebäude, was in diesem Jahr rund 50 Millionen Euro kostet. Die Anlagen gehören aber dem Land Berlin.

Zudem muss die Messe die Stilllegung des maroden Internationalen Congress Centrums (ICC) bezahlen, was offenbar zwei bis drei Millionen Euro gekostet hat. Zudem fallen jedes Jahr 2,5 bis 3 Millionen Euro für den „substanzerhaltenden Stillstandsbetrieb“ an, wie Göke sagte. Das Gebäude gehört dem Land. In die Planungen für das ICC ist die Messe nach Angaben ihres Chefs nicht eingebunden.

Göke kann sich zudem vorstellen, dass die Messe den ehemaligen Flughafen Tempelhof als Veranstaltungsort betreibt. Das mache Sinn, sagte er. „Wenn er vermarktet werden soll, wären wir der beste Betreiber.“ Es gebe bereits erste Gespräche. Die Immobilie müsse aber als Ganzes zur Verfügung stehen und für den Veranstaltungsbetrieb ausgebaut werden, sagte Göke. Das könne die Messe nicht leisten. Derzeit betreibt die Tempelhof Projekt Gesellschaft des Senats das mehr als einen Kilometer lange Gebäude.

Personell gab es 2014 in der Messegesellschaft einige Änderungen. Der ehemalige Wella-Manager Peter Zühlsdorff löste im Juni Hans-Joachim Kamp als Aufsichtsratschef ab. Vorausgegangen war ein Machtkampf, in dem sich Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU) gegen Widerstand aus der Wirtschaft durchsetzte. Ende November wurde dann die zweite Geschäftsführerin Ingrid Maaß nach 14 Monaten ihres Amtes enthoben – es gab unterschiedliche Vorstellungen über die Strategie. Ein Nachfolger wird gesucht. Gökes Vertrag läuft noch bis Mitte 2016.