Nah- und Regionalverkehr

Was der Fahrplanwechsel für Berlin und Brandenburg bedeutet

Eine neue Strecke an die Ostsee, eine zusätzliche Verbindung zwischen Cottbus und Berlin und Verbesserungen bei der BVG: Das ändert sich im Nah- und Regionalverkehr durch den Fahrplanwechsel.

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Mit dem Fahrplanwechsel am heutigen Sonntag schickt die Deutsche Bahn einen Regionalzug von der Ostseeküste nach Sachsen-Anhalt – über Berlin. Die Bahn hatte sich bei einer europaweiten Ausschreibung durchgesetzt und wird die Linie Rostock/Stralsund–Berlin–Lutherstadt Wittenberg die kommenden zwölf Jahre bedienen, wie das Unternehmen mitteilte, und ebenso die Linie Stralsund/Schwedt–Berlin–Elsterwerda.

Am Freitag wurde in Stralsund ein Doppelstocktriebwagen als „rollender Botschafter“ auf den Namen „Hiddensee“ getauft. Eine 1. Klasse mit Ledersitzen soll für besonderen Komfort sorgen. Zudem sind die Züge mit Videokameras ausgestattet, um Vandalismus vorzubeugen. Auf beiden Linien werden jährlich 9,5 Millionen Zugkilometer gefahren.

Mit dem Fahrplanwechsel müssen sich die Kunden auch auf einen neuen Betreiber einstellen. Im Auftrag der Länder Brandenburg und Berlin wird die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) auf sieben Linien des Netzes Ostbrandenburg den Regionalverkehr aufnehmen. Damit wird die ODEG als Betreiber abgelöst. Die Flotte wurde modernisiert. Es gibt mehr große Mehrzweckabteile, Steckdosen, Klimatisierung und Monitore für Anschlussinformationen in Echtzeit.

Verbindung Cottbus-Berlin

Der neue Betreiber NEB will vor allem durch einen besseren Service überzeugen. So wird in den Zügen Getränke angeboten. Außerdem soll es in jedem Zug einen Zugbegleiter geben, der sich um die Fahrgäste kümmert.

Zu den wichtigen Neuerungen im Regionalverkehr gehört auch eine zusätzliche Verbindung zwischen Cottbus und Berlin. Aufgrund der hohen Nachfrage soll ein zusätzliches Zugpaar eingesetzt werden. Es verkehrt montags bis freitags um 6.20 Uhr ab Cottbus und erreicht Berlin Ostbahnhof um 7.35 Uhr. Die Rückfahrt beginnt in Berlin Zoologischer Garten um 15.25 Uhr, Ankunft in Cottbus ist 17.20 Uhr. Eine neue tägliche Verbindung nach Rostock wird um 22.52 Uhr ab Berlin Hauptbahnhof angeboten.

Tram M5 endet nun am Hauptbahnhof

Verbesserungen gibt es mit dem Fahrplanwechsel auch beim Angebot der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). So wird zum Beispiel die Straßenbahnlinie M5 – sie verbindet Hohenschönhausen mit dem Berliner Zentrum – bis zum Hauptbahnhof verlängert. Bislang endete diese Linie am Hackeschen Markt.

Über ein größeres Angebot können sich auch die Fahrgäste entlang der Spree zwischen Mitte und Treptow freuen. Zwischen Puschkinallee und U-Bahnhof Märkisches Museum fährt ab sofort die neue Linie 165 (U Märkisches Museum–Köpenick, Müggelschlößchenweg) gebündelt mit der Linie 265 im 10-Minuten-Takt. Die Buslinie 167 entfällt und wird künftig vollständig von den Linien 165 und 166 übernommen.

Schließlich wird auch der U-Bahn-Takt verdichtet. Am späten Abend fahren die U-Bahnlinien U1, U2, U3 und U5 jetzt auch bis 0.30 Uhr im 10-Minuten-Takt. Die Tramlinie M10 zwischen U-Bahnhof Eberswalder Straße und S- und U-Bahnhof Warschauer Straße verkehrt von nun an bis etwa 21 Uhr im 5-Minuten-Takt, in den Nächten von Freitag auf Sonnabend und Sonnabend auf Sonntag sogar bis Mitternacht.