Wegen BER-Verzögerung

Noch einmal fließen Millionen in den maroden Flughafen Tegel

Die BER-Öffnung lässt auf sich warten. Also muss die Flughafengesellschaft erneut in den Airport Tegel investieren. Rund 20 Millionen Euro sind nötig, um ihn funktionsfähig zu halten.

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Spätestens im Herbst 2017 soll nun der Großflughafen BER eröffnet werden. Diesmal wirklich. Für den kleinen Airport Tegel bedeutet das: drei weitere Jahre Betrieb an der Grenze der Möglichkeiten. 54.000 Reisende werden inzwischen täglich auf der 1974 für viel weniger Passagiere erbauten Anlage abgefertigt. Tendenz: steigend. Nun soll ein Millionenprogramm den Flughafen in diesem Zeitraum funktionstüchtig halten. „Wir werden uns um Tegel kümmern“, sagte ein Flughafensprecher der Berliner Morgenpost am Sonntag.

Marode Rollbahnen

Weitere Details wurden nicht mitgeteilt, aber intern sind die Planungen offenbar fortgeschritten. Rund 20 Millionen Euro sollen nach Informationen der Berliner Morgenpost bis zum Jahr 2016 investiert werden. Diese Investitionen stehen bereits im künftigen Wirtschaftsplan der Flughafengesellschaft. Vor allem müssen marode Vorfelder und Rollbahnen erneuert werden – die Auflagen der Luftfahrtbehörde sind streng. Laut Planungen werden auch sanitäre Anlagen für Fahrgäste renoviert. Immer wieder gab es Beschwerden über den Zustand der öffentlichen Toiletten. Rollbänder für Koffer stehen ebenso auf der Liste wie eine Erneuerung der Klimaanlage.

BER-Chef Hartmut Mehdorn hatte die Investitionen in einem internen Strategiepapier, das der Morgenpost vorliegt, angekündigt, allerdings ohne eine Summe zu nennen. Ziel der Maßnahmen sei ein „reibungsarmer Flugverkehr“ in Tegel. Mehdorn hatte am vergangenen Freitag versichert, dass der BER nun Ende 2017 eröffnet werde. Tegel wird dann spätestens sechs Monate später geschlossen. Zumindest sieht das die derzeitige Regelung vor.

15 neue Mitarbeiter für angenehmeres Umsteigen

Bereits im vergangenen Jahr musste die Flughafengesellschaft kräftig in den nicht beabsichtigten, aber fortwährenden Weiterbetrieb Tegels investieren. 17,5 Millionen Euro flossen in Technik und Ausstattung – und auch in Bemühungen, bei den Fluggästen aus aller Welt keinen allzu schlechten Eindruck zu hinterlassen. So wurden Shopping- und Gastronomieangebote erweitert. 15 zusätzliche Mitarbeiter pro Schicht sollen in einem neu geschaffenen Transitbereich das Umsteigen angenehmer und schneller gestalten. Dennoch liegt Tegel weit unter dem internationalen Servicestandard von Flughäfen in Metropolen.

Trotzdem ist Tegel aufgrund seiner Verkehrslage im Stadtgebiet beliebt. Seit Jahren steigt die Zahlen der Fluggäste in Berlin. Allein im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Passagiere um 7,9 Prozent auf nun 19,6 Millionen Passagiere im Jahr. Am Flughafen Schönefeld (6,9 Millionen Passagiere pro Jahr) sind die Zahlen rückläufig. Dennoch wurden auch in diesen Flughafen im vergangenen Jahr 2,5 Millionen Euro investiert. Insgesamt schuf die Luftfahrt bis heute rund 20.000 Arbeitsplätze in der Stadt.