Spendenkampagne

Umweltverwaltung sucht Spender für Berliner Stadtbäume

Zwischen 2002 und 2012 wurde 17.000 Berliner Straßenbäume gefällt. Mit der Spendenkampagne „Stadtbäume für Berlin“ sollen nun 10.000 neue Bäume in der Hauptstadt gepflanzt werden.

Seit Jahren werden in Berlin mehr Straßenbäume gefällt als gepflanzt. Denn den Bezirken fehlt für Nachpflanzungen, vor allem aber für die Pflege der Jungbäume das Geld. Das Land rechnet pro Baum mit 1200 Euro Kosten. Allein zwischen 2002 und 2012 wurde der Bestand der Berliner Straßenbäume laut Senatsumweltverwaltung um 17.000 Gehölze dezimiert. Um dem Verlust von Straßengrün entgegenzuwirken, hat diese mit den Bezirksämtern vor zwei Jahren die Spendenkampagne „Stadtbäume für Berlin“ initiiert. Das erklärte Ziel: Bis zum Jahr 2017 sollen Berliner Privatleute und Unternehmen 10.000 neue Straßenbäume für die Stadt finanzieren.

Nach Senatsangaben sind bisher rund 3000 Bäume dank Spenden nachgepflanzt worden. Doch der Verlust des Straßengrüns ist damit nicht gestoppt. Auch im Jahr 2013 wurden wieder 1600 Straßenbäume mehr gerodet als ersetzt worden sind. 3999 Fällungen standen nur 2395 Nachpflanzungen gegenüber. Die meisten Verluste hatten Treptow-Köpenick (499 Bäume) und Pankow (467).

Die wenigsten Bäume haben unter dem Strich im zurückliegenden Jahr Friedrichshain-Kreuzberg (0) und Neukölln (40) verloren. Zahlen für das zu Ende gehende Jahr liegen zwar noch nicht vor. Doch allein in Friedrichshain stehen für die laufende Wintersaison 212 Straßenbäume auf der Fällliste des Bezirksamtes.

Dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) reicht die Stadtbaumkampagne allein nicht aus. „Sie ist zwar ein wichtiger Baustein beim Erhalt des Berliner Stadtgrüns“, sagte Baumreferent Christan Hönig vom BUND Berlin am Montag auf Anfrage der Berliner Morgenpost. Um den Bestand der Straßenbäume in der Stadt zu erhalten, müsse es aber mehr Geld für die Grünflächenämter zur Baumpflege geben, forderte Hönig.

Nachhaltiges Weihnachtspräsent

Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) wirbt weiter um Spender. So ein Stadtbaum sei „ein nachhaltiges und ungewöhnliches Weihnachtsgeschenk“, sagte er am Montag. Und Müllers Staatssekretär Christian Gaebler will am heutigen Dienstag an der Bänschstraße 54 in Friedrichshain einen von zehn Straßenbäumen pflanzen, die die Berliner Stadtgüter spendiert haben. „Gemeinsam sorgen wir dafür, dass Berlin eine der grünsten Metropolen der Welt bleibt“, so Gaebler über die Aktion.

Aktuell werden im Rahmen der Stadtbaum-Kampagne die Pflanzungen für das kommende Frühjahr vorbereitet. Rund 600 Bäume sollen in Spandau, Steglitz-Zehlendorf, Charlottenburg-Wilmersdorf und Marzahn-Hellersdorf neu gesetzt werden. Wer mindestens 500 Euro überweist, darf sich den Standort seines Spendenbaumes aussuchen.

Weitere Informationen zur Stadtbaum-Kampagne und über die noch nicht besetzten Standorte für Nachpflanzungen im Internet unter www.berlin.de/stadtbaum und über die Hotline: 030 90 25-12 34