Prognose-Software

Computerprogramm soll Einbrüche in Berlin vorhersagen

Auch die Berliner Sicherheitsbehörde soll künftig verstärkt auf computergestützte Vorhersagen setzen. Andere Städte haben damit bereits gute Erfahrungen gemacht, so gingen in Zürich Einbrüche zurück.

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Ein Computerprogramm, das der Polizei vorhersagt, wann und wo das nächste Verbrechen stattfindet, klingt nach Science-Fiction. Gänzlich utopisch ist es allerdings nicht. Entsprechende Programme mit einer sogenannten Prognose-Software werden bereits in mehreren deutschen Städten sowie in anderen europäischen Ländern von der Polizei getestet. Und auch die Berliner Sicherheitsbehörde soll künftig verstärkt auf computergestützte Vorhersagen von Straftaten setzen. Das sagte eine Sprecherin von Innensenator Frank Henkel (CDU) am Dienstag.

Das bekannteste unter den existierenden Computerprogrammen heißt „Precobs“ und soll der Polizei bei der Bekämpfung von Eigentumsdelikten helfen. Das von einer Softwarefirma in Oberhausen (Nordrhein-Westfalen) entwickelte Programm wird seit Spätsommer dieses Jahres unter anderem in München und Nürnberg getestet. In beiden Städten wurden alle verfügbaren Informationen zu Tausenden von Einbrüchen in den vergangenen Jahren eingegeben, Orte, Zeiten, Beute und Details der Tatbegehung. Mit diesen Daten ausgestattet, wirft das Programm Prognosen aus, wann und wo die Wahrscheinlichkeit weiterer Einbruchsdelikte am höchsten ist. Die Wahrscheinlichkeitsquote liegt IT-Experten und Ermittlern zufolge bei 70 Prozent.

Gute Erfahrungen in anderen Städten

In Zürich arbeitet die Polizei bereits seit zwei Jahren mit einem ähnlichen, in der Schweiz entwickelten Programm. Die Zahl der Einbrüche ist dort nach Angaben eines Polizeisprechers um 14 Prozent, in besonders überwachten Stadtteilen gar um 30 Prozent zurückgegangen. Auch in München und Nürnberg wird die Software positiv bewertet. Dort geht die Polizei davon aus, dass das Programm nach Ende der Probezeit weiter genutzt wird.

In Berlin ist ein Praxistest derzeit nicht geplant, man wolle zunächst das Ende der Testphase in Bayern im März 2015 abwarten, dann die dortigen Erfahrungen und Ergebnisse in die eigenen Planungen einbeziehen, sagte die Sprecherin der Senatsinnenverwaltung. Senator Henkel sei fest entschlossen, diese Prognose-Software auch in Berlin einzusetzen, unklar sei bislang aber noch, ob das bereits existierende Programm übernommen oder ein eigenes Programm entwickelt werde, so die Sprecherin. Sie verwies zudem darauf, dass die Berliner Polizei bereits jetzt mit ihrem vorhandenen Informationssystem und einer zusätzlichen Software tagesaktuelle Analysen und Lageeinschätzungen liefern könne.