Arbeitsmarkt

Boom und kein Ende - 25.000 neue Jobs für die Hauptstadt

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Joachim Fahrun

Foto: HANNIBAL HANSCHKE / REUTERS

Positive Prognose für Berlin: Die Chefin der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg, Jutta Cordt, rechnet für 2015 mit 25.000 neuen Jobs. Die Arbeitslosenquote ist auf dem geringsten Stand seit 1991.

Der Aufschwung am Berliner Arbeitsmarkt wird auch im kommenden Jahr anhalten. Die Chefin der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit, Jutta Cordt, rechnet für 2015 mit 25.000 zusätzlichen Jobs.

Nach dem bundesweit besten Zuwachs von 3,3 Prozent mehr sozialversicherungspflichtigen Jobs im Jahr 2014 werde der Anstieg im kommenden Jahr noch einmal zwei Prozent betragen: „Der Boom ist nicht vorbei“, sagte Cordt im Interview mit der Berliner Morgenpost.

Trotz der sich insgesamt eintrübenden Konjunktur in Folge der weltweiten Wirtschafts- und Währungskrisen seien die Prognosen für Berlin positiv: „Wir hängen nicht so stark am Export wie andere Bundesländer“, sagte Cordt, die seit August die Regionaldirektion mit Sitz an der Berliner Friedrichstraße führt. Derzeit sind in der Hauptstadt 1,3 Millionen Menschen in sozialversicherungspflichtigen Jobs tätig.

Berlin überholt Bremen

Die Arbeitslosenquote ist im November 2014 in der Hauptstadt um 0,3 Prozentpunkte auf noch 10,4 Prozent gesunken. Berlin ist damit nicht mehr das Bundesland mit der höchsten Arbeitslosenquote, sondern hat Bremen überholt und liegt nun gemeinsam mit Mecklenburg-Vorpommern auf dem vorletzten Platz. Noch sind insgesamt rund 192.000 Berliner arbeitslos gemeldet. Das sind jedoch so wenige wie seit 1991 nicht mehr. Auch die Arbeitslosenquote war seitdem niemals so niedrig wie derzeit. Es sind 7000 weniger arbeitslose Jugendliche und 5000 weniger Langzeitarbeitslose in Berlin registriert als vor einem Jahr.

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Cordt hob hervor, dass im November dieses Jahres das erste Mal auch das Ziel erreicht worden sei, die Jugendarbeitslosigkeit unter zehn Prozent zu drücken. Insgesamt will sie sich jedoch keine bestimmte Arbeitslosenquote als Ziel setzen. Denn dieser Wert werde zu stark auch von anderen Faktoren bestimmt, etwa vom Zuzug von Fachkräften, die mit Berliner Arbeitslosen um die Stellen konkurrieren würden.

Sie strebe aber an, die Zahl der Langzeit-Leistungsbezieher weiter deutlich zu reduzieren, betonte Cordt. Diese 300.000 Personen seien nicht alle Arbeitslose, sondern lebten in Bedarfsgemeinschaften von der Grundsicherung, zum Beispiel weil sie Kinder betreuen. „Wir wollen in den nächsten zwei Jahren noch einmal 30.000 Menschen helfen, aus der Grundsicherung heraus zu kommen“, sagte Cordt.

Manche Personen nicht vermittelbar

Sie sprach sich jedoch auch dafür aus, weiterhin einen sogenannten Zweiten Arbeitsmarkt in der Stadt zu unterhalten. Dabei handelt es sich um Arbeitsplätze, die mit öffentlichen Geldern geschaffen werden. Es gebe einen Personenkreis, für den der erste Arbeitsmarkt kaum erreichbar sei, so Cordt. „Für diese Menschen wird es weiter Arbeitsgelegenheiten und andere Beschäftigungsformen geben“, versprach sie.

Allerdings könne die Arbeitsmarktförderung in der geltenden Gesetzeslage keine dauerhaften Arbeitsplätze schaffen. „Unsere Messlatte ist nicht die Quote, sondern die Integrationen in den Arbeitsmarkt“, betonte Cordt.