DDR-Vergangenheit

Grube entschuldigt sich für Zwangsarbeit bei der Reichsbahn

Hunderte Betriebe haben in der DDR Häftlinge als Zwangsarbeiter ausgebeutet - auch die Deutsche Reichsbahn. Nun will Bahn-Chef Grube in einem eigenen Forschungsprojekt aufklären lassen.

Foto: Uwe Anspach / dpa

Bahn-Chef Rüdiger Grube hat die Opfer der Zwangsarbeit bei der DDR-Reichsbahn um Entschuldigung gebeten. Das sei völlig unabhängig davon, wer nun juristisch Nachfolger der Reichsbahn sei, hieß es in einer Mitteilung der Deutschen Bahn vom Sonnabend. „Wir sind es denen, die aus politischen Gründen ins Gefängnis mussten, schuldig, dass wir das geschehene Unrecht aufarbeiten“, sagte Grube bei einem Treffen mit Vertretern der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft.

Eine Studie hatte im Sommer ergeben, dass rund 600 DDR-Betriebe Häftlinge als Zwangsarbeiter ausbeuteten. Die Bahn will nun in einem eigenen Forschungsprojekt die Zwangsarbeit bei der Reichsbahn aufklären lassen. „Mit dieser Studie wollen und werden wir dieses weitgehend unbekannte Kapitel aus der Geschichte der Reichsbahn konsequent durchleuchten und dokumentieren“, versicherte Grube. Ergebnisse sollen demzufolge Ende 2015 vorliegen.