Großbeeren

Erneut Feuer in der Berliner Haftanstalt Heidering

In der Justizvollzugsanstalt Heidering in Großbeeren ist am Morgen ein Feuer ausgebrochen. Ein Häftling und sechs Bedienstete wurden wegen des Verdachts auf Rauchvergiftungen untersucht.

Foto: Amin Akhtar

Am Sonnabend in den frühen Morgenstunden hat ein Häftling in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Heidering in Großbeeren (Teltow-Fläming) in seiner Zelle ein Feuer gelegt. Sechs Mitarbeiter der JVA mussten anschließend zu einer Routineuntersuchung in ein Krankenhaus. Es bestand der Anfangsverdacht einer Rauchgasvergiftung. Zwei Mitarbeiterinnen waren nach Angaben der Sprecherin der Senatsverwaltung für Justiz, Claudia Engfeld, wenig später wieder im Dienst. Die anderen vier Mitarbeiter wurden am Vormittag noch untersucht. Der Häftling kam mit einer Rauchgasvergiftung in ein Justizvollzugskrankenhaus.

Gegen 7.30 hatte der Häftling die Gegensprechanlage in seiner Zelle aktiviert. Als die Wachzentrale nachfragte, erhielten die Justizvollzugsbeamten aber keine Antwort. Daraufhin suchten sie den Haftraum auf und entdeckten ein brennendes Kopfkissen in der verqualmten Zelle. Sie konnten das Feuer selber löschen, die alarmierte Feuerwehr übernahm wenig später die Kontrolle.

Nach Angaben der Justizsprecherin kommt der Insasse aus Aserbaidschan und muss eine sechsmonatige Haftstrafe wegen Diebstahls absitzen. „Er wurde erst am 24. November aus der JVA Moabit nach Heidering verlegt“, sagte sie. „Am 18. Januar kommenden Jahres wäre er entlassen worden.“

Vermutlich Anklage wegen schwerer Brandstiftung

Nach der Untersuchung im Justizvollzugskrankenhaus soll der Häftling auf seinen psychischen Zustand untersucht werden. Erst dann wird entschieden, ob er zurück in die JVA kommt, oder in eine geschlossene Einrichtung. Auf den 43-Jährigen wartet dann vermutlich auch eine Anklage wegen schwerer Brandstiftung.

Bereits Mitte September hatte es in der Haftanstalt gebrannt. Damals hatte ein Gefangener in seiner Zelle Mobiliar angezündet. Sieben Mitarbeiter erlitten dadurch Rauchgasvergiftungen.

Nach Aussagen der Justizsprecherin ist es den Häftlingen gestattet in ihren Hafträumen zu rauchen. Daher dürfen sie über Streichhölzer beziehungsweise ein Feuerzeug verfügen. Adventsgestecke beziehungsweise Kerzen hingegen sind untersagt.