Nach Protesten

Schwule und Muslime wollen sich nun doch in Berlin treffen

Ein Treffen zwischen Homosexuellen-Verbänden und der muslimischen Gemeinde in der Neuköllner Sehitlik-Mosche war nach Protesten zunächst abgesagt worden. Nun soll es doch zu einer Begegnung kommen.

Foto: dpa/Paul Zinken / pa/

Zwischen Homosexuellen-Verbänden und der muslimischen Gemeinde in Berlin soll es nun doch ein Treffen geben – aber nicht wie ursprünglich geplant in der Neuköllner Sehitlik-Mosche.

Wie die Initiative meet2Respect am Mittwoch mitteilte, wollen am kommenden Montag (24. November, 19.30 Uhr) Vertreter von Schwulen und Lesben und des halbstaatlichen türkischen Moscheenverbands DITIB zu einem Gespräch über das Verhältnis des Islams zur Homosexualität zusammenkommen. Der Ort soll noch bekanntgegeben werden. Zur Eröffnung soll Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) sprechen.

Die Ankündigung einer Begegnung in der Neuköllner Moschee hatte Proteste in der Türkei und innerhalb der Gemeinde ausgelöst. Daraufhin hatte der Gemeinde-Vorsitzende Ender Cetin das Treffen in dem Gotteshaus abgesagt. Geplant waren eine Führung durch die Moschee und ein Gespräch.

„Wir wollen Homophobie genauso abbauen wie Islamophobie“

Er habe die Sensibilität des Themas innerhalb der Gemeinde unterschätzt, sagte Cetin. Dennoch halte er an der Notwendigkeit des Gesprächs fest und wolle am Montag auch daran teilnehmen. Zwar sei im Islam die Homosexualität verboten, er lehne aber jede Diskriminierung von Schwulen und Lesben ab. „Wir wollen Homophobie genauso abbauen wie Islamophobie“, sagte er.

Bernhard Heider, Programmdirektor des Vereins Leadership Berlin und Leiter des Projekts meet2Respect, sagte, die ursprünglich geplante Begegnung in der Moschee habe eine nicht beabsichtigte Dimension bekommen. Es sei nicht um eine Großveranstaltung von Schwulen und Lesben gegangen.

An dem neu angesetzten Treffen sollen Vertreter von Leadership Berlin – Netzwerk Verantwortung, den Berufsverbänden schwuler Führungskräfte ( „Völklinger Kreis“) und lesbischer Führungskräfte („Wirtschaftsweiber“) sowie der Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB) teilnehmen. Der DITIB ist Dachverband von fast 900 Moscheegemeinden in Deutschland. Eingeladen sind auch Berlins frühere Integrationsbeauftragte Barbara John sowie die Ex-Chefin des Brandenburger Verfassungsschutzes, Winfriede Schreiber.

Die Teilnahme eines Ditib-Vertreters sei ein „kleiner Fortschritt“ und Zeichen, dass das Thema auf türkischer Seite ernst genommen wird. „Uns geht es darum, Brücken zu bauen“, sagte Heider.