Bebauung

Berliner Friedhöfe werden zu Wohnflächen umgewidmet

Foto: Sergej Glanze / Glanze , Glanze

Berlin braucht immer weniger Platz für Bestattungen. Insgesamt soll knapp ein Drittel der derzeitigen Friedhofsflächen künftig anders genutzt werden - als Grünfläche, aber auch für den Wohnungsbau.

Der Trend zur platz- und kostensparenden Urnenbestattung sowie die steigende Lebenserwartung der Berliner haben dafür gesorgt, dass die Friedhöfe der Hauptstadt oft mehr Flächen zur Verfügung haben, als für die Bestattungen benötigt werden. In den vergangenen Jahren wurden in Berlin deshalb bereits 39 Hektar Friedhofsfläche entwidmet. Hinzu kommen weitere 170 Hektar, die künftig nicht mehr für Bestattungen zur Verfügung stehen. Das geht aus dem Friedhofsbericht hervor, den Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) am Dienstag vorgelegt hat. Insgesamt sollen knapp 30 Prozent der derzeitigen Friedhofsflächen künftig für andere Zwecke genutzt werden.

Wohnungsbau auf Friedhöfe in Vorbereitung

Der größte Teil der umgewidmeten Areale soll künftig als Grünfläche zur Verfügung stehen, „aber auch eine Eignung als Wohnungsbaufläche wird im Einzelfall zu prüfen sein“, heißt es in dem Bericht. Für Teilflächen der Friedhöfe Emmaus, St. Simeon und St. Lukas in Neukölln wird laut Bericht aktuell die Nachnutzung als Wohnstandort vorbereitet. Auch für Teile der Friedhöfe Golgatha-Gnaden in Reinickendorf, St. Marien- und St. Nikolai-Friedhof II in Pankow und Georgen-Parochial-Friedhof II in Friedrichshain-Kreuzberg ist die Bebauung mit Wohnungen eine Option.

Bereits 2006 hatte der Senat aufgrund der sinkenden Auslastung der Friedhöfe den Friedhofsentwicklungsplan (FEP) verabschiedet. Demnach sollen von den für Bestattungen zur Verfügung stehenden 1037 Hektar Friedhofsflächen nur noch 747 Hektar für Bestattungen erhalten bleiben und 290 Hektar anderweitig genutzt werden. Von diesen 290 Hektar sei bereits für 209 Hektar mit der Umplanung begonnen worden, beziehungsweise sei sie bereits komplett vollzogen (39 Hektar), heißt es im Bericht.

( ij )