Technologiepark

IT-Dienstleister Atos zieht nach Adlershof

| Lesedauer: 3 Minuten
Björn Hartmann

Foto: www.adlershof.de

Der französische IT-Dienstleister Atos bündelt im Technologiepark Adlershof seine rund 1000 Beschäftigten in der Hauptstadt. Bislang sind sie auf knapp 20 Standorte verteilt.

Ingo Meistering steht im dritten Stock an der Balustrade und schaut ins Atrium: „Als ich das erste Mal hier gestanden habe, habe ich gedacht: Hier willst du arbeiten.“ Und so ist es gekommen, weil auch die Chefs das Gebäude im Technologiepark Adlershof für gut befunden haben. Der französische IT-Dienstleister Atos bündelt hier seine rund 1000 Beschäftigten in der Hauptstadt, für die Meistering verantwortlich ist. Bisher sind sie auf knapp 20 Standorte verteilt. Noch bauen die Handwerker die Großraumbüros auf, das Unternehmen hat die Räume gemeinsam mit Berlins Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU) aber schon einmal eröffnet.

Warum Adlershof, abgesehen vom lichten Niedrigenergiegebäude mit begehbarem Dach? „Ausschlaggebend war für uns die Perspektive, dass der neue Flughafen BER irgendwann fertig wird“, sagt Atos-Deutschland-Chef Winfried Holz. Zudem gebe es am Standort viele Unternehmen, die sich mit Informations- und Kommunikationstechnologien beschäftigten – ein Garant dafür, gute Leute zu bekommen.

Berlin ist nicht der größte Atos-Standort, allerdings einer mit vielen Chancen. Holz wünscht sich zum Beispiel mehr Geschäft im öffentlichen Bereich. „Da haben wir noch nicht den Marktanteil, wie er sein könnte.“ Und da ist Berlin mit den Ministerien ein sehr interessanter Standort. Angesichts der Digitalen Agenda der Bundesregierung erwartet Holz in Zukunft viel Neugeschäft. In der Agenda ist zusammengefasst, wie die Regierung den digitalen Wandel fördern will.

Dienstleistungen rund um Computer, Software und Daten

Atos entstand 2011, als der französische IT-Dienstleister Atos Origin die Siemens-Sparte SIS übernahm. Im vergangenen Jahr setzte das Unternehmen mit rund 76.300 Mitarbeitern 8,6 Milliarden Euro um. Größter Anteilseigner ist Siemens mit rund 12,7 Prozent, fast drei Viertel der Aktien sind in Streubesitz. Chef ist seit dem Jahr 2008 Thierry Breton, der zuvor unter anderem französischer Finanzminister war. Neben Bezons bei Paris ist München Hauptsitz.

Der Konzern bietet Dienstleistungen rund um Computer, Software, Daten und Datenleitungen an und ist einer der größten Anbieter von sogenannten Cloud-Diensten in Europa. Hauptkonkurrenten in Deutschland sind unter anderem T-Systems, eine Tochter der Deutschen Telekom, und IBM sowie bei Cloud-Diensten Amazon. Große Kunden sind zum Beispiel Siemens, E-Plus und Nokia. Zudem ist Atos seit 2002 verantwortlich für IT und Rechenzentren der Olympischen Spiele.

In Deutschland arbeiten etwa 10.000 Beschäftigte für den Konzern, ein Zehntel in Berlin. Sie sollen in mehreren Schritten umziehen. Der Mietvertrag läuft fünf Jahre. Ein Ansiedlungserfolg auch für die Wista-Management GmbH, die Adlershof entwickelt. In dem Gebäude war früher die Zentrale des Solarpanelherstellers Solon untergebracht, der inzwischen insolvent und zu großen Teilen abgewickelt ist.