Nah- und Fernverkehr

Die Deutsche Bahn macht sich bereit für den Winter

70 Millionen Euro hat die Deutsche Bahn laut eigenen Angaben in Technik und Personal investiert, um sich auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten und einen störungsfreien Verkehr zu gewährleisten.

Foto: Ralf Hirschberger / dpa

Die Temperaturen liegen zurzeit bei über zehn Grad, doch die Deutsche Bahn rüstet sich bereits für den Winter.

Sobald der erste Frost einsetzt, kommt es jedes Jahr aufs Neue zu Problemen im Nah- und Fernverkehr – nicht funktionierende Heizungen in den Zügen, Verspätungen und Zugausfälle. Der letzte Winter sei sehr mild gewesen, sagt Lutz-Steffen Hering, Qualitätsbeauftragter des Konzerns für die Regionen Nordost/Südost. Und trotzdem liefen die Wintervorbereitungen seit Frühjahr.

Man sei gut vorbereitet: 70 Millionen Euro sind der Deutschen Bahn zufolge aufgewendet worden, um deutschlandweit "organisatorisch, personell und technisch" auf die bevorstehende Jahreszeit vorbereitet zu sein, heißt es. 28.000 Mitarbeiter des Konzerns und von externen Firmen sollen permanent einsatzbereit sein und für einen möglichst störungsfreien Bahnverkehr sorgen. Vor allem ginge es darum, jetzt schon zu überprüfen, ob das Einsatzsystem für die Mitarbeiter im Winter funktionieren wird.

Die Schneeräumungen an Bahnhöfen werden per GPS überwacht. In einer Winterdienst-Datenbank kann so der Status der Bahnhöfe beobachtet werden. Sollte es Probleme geben, kann gegebenenfalls Verstärkung geschickt werden. Dies wird Stück für Stück durchgegangen, und Mitarbeiter werden geschult. "Wenn etwas nicht klappt, wird die Übung wiederholt", so Hering. Der Winterdienst wird zudem in einem Drei-Stufen-Plan organisiert, der sich nach dem Ausmaß der Witterungsbedingungen richtet. Der Schwerpunkt liegt dabei vor allem darauf, die Reisenden im Störfall zu informieren. Hier hatte es in den vergangenen Jahren immer wieder Beschwerden von Fahrgästen gegeben, die sich unzureichend informiert sahen.

Mehr Heizungen für Weichen

Insgesamt setzt man laut Hering aber auf "Altbewährtes". Im Vergleich zum letzten Jahr hat man die Zahl der Weichenheizungen noch einmal erhöht. Bei der Berliner S-Bahn sind nun alle betriebswichtigen Weichen beheizbar, sodass sie auch bei extremen Temperaturen funktionsfähig sein sollen. Neu sind allerdings die sogenannten Verschlussfachabdeckungen, die verhindern sollen, dass sich Flugschnee in den Weichen fängt und diese blockiert.

Bei der Berliner S-Bahn führten in den vergangenen Jahren außerdem vereiste Betriebskupplungen zu Problemen. Das Schmelzwasser der Frontscheiben war in die Kupplungsgelenke geflossen und dort wieder gefroren. Ab Januar 2015 sollen nun alle S-Bahnen mit einer Gummiabdeckung ausgerüstet sein, die das verhindern soll. Denn oft steckt der Teufel im Detail bei den Problemen mit der Witterung – zum Beispiel solche Gummiabdeckungen. Im Werk Wannsee wurde zudem eine neue Anlage zur schnelleren Enteisung eingerichtet.

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