Lokführer-Streik

S-Bahn will am Sonntag wieder 90 Prozent des Angebots fahren

Es gab Sorgen wegen des Streiks zum Mauerfall-Jubiläum und heftige Kritik an den Lokführern. Die Besucher kamen trotzdem. Doch auch nach dem vorzeitigen Streikende läuft noch nicht alles nach Plan.

Foto: Stephanie Pilick / dpa

Nach dem Lokführerstreik soll der Bahnverkehr in Berlin und Brandenburg an diesem Sonntag wieder langsam in den Takt kommen. S-Bahn-Fahrer können wieder auf 90 Prozent des üblichen Angebots zurückgreifen, im Regionalverkehr sollen zwei Drittel der Züge wieder fahren, wie Bahnsprecher Achim Stauß am Sonnabend im Berliner Hauptbahnhof ankündigte. Mit Betriebsbeginn am Montag will die Bahn dann flächendeckend wieder das komplette Angebot fahren.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer hatte ihren sechsten Streik in der laufenden Tarifrunde eigentlich bis Montagfrüh geplant, dann am Freitag aber überraschend das Ende für 18 Uhr am Sonnabend verkündet. Zuvor hatte die GDL vor Gericht gegen die Bahn gesiegt, die den Streik untersagen lassen wollte.

Die Gewerkschaft bleibt aber streikbereit. Der Vorsitzende für Berlin, Sachsen und Brandenburg, Frank Nachtigall, machte dies am Sonnabend im rbb-Inforadio deutlich. Falls die Bahn nicht einlenke, werde es zu weiteren Ausständen kommen, kündigte er an.

Rund eine Million Besucher zu Feierlichkeiten in Berlin

Für viele Besucher des Mauerfall-Jubiläums war der Streik zwar ärgerlich, aber die Folgen nicht so schlimm wie befürchtet. Zehntausende hatten bei der Anreise improvisieren müssen. Berlin hat aber nach Ansicht der Tourismuswerber durch den Ausstand kaum Besucher verloren. Man schätze, dass eine Millionen Menschen aus Anlass der Feierlichkeiten nach Berlin kommen, sagte der Sprecher der landeseigenen Berlin Tourismus- und Kongressgesellschaft, Björn Lisker, am Sonnabend.

"Wir können nur von geringen Auswirkungen berichten", sagte er unter Berufung auf Meldungen der Hotels. "Die Menschen haben sehr flexibel reagiert und gesagt: "Dann fahre ich eben mit dem Auto oder dem Bus.'" Nach dem letzten großen Mauerfall-Jubiläum 2009 hatte die Gesellschaft die Rekordzahl von zwei Millionen Besuchern gemeldet.

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