Arbeitsniederlegung

Bodenpersonal mit zweiter Streikwelle am Flughafen Tegel

Bereits am Morgen hatten Mitarbeiter am Check-In und beim Gepäckservice ihre Arbeit niedergelegt. Am Mittag startete die zweite Streikwelle, eine dritte ist möglich.

Arbeitskampf auf der Schiene und Streik der Piloten. Damit nicht genug, entschloss sich ein Teil der Mitarbeiter der Firma GlobeGround zu einem spontanen Ausstand am Flughafen Tegel. Zunächst hatten am Freitagmorgen 16 Beschäftigte von Check-In und Gepäckservice ab 6.30 Uhr für zwei Stunden ihre Arbeit ohne vorherige Ankündigung niedergelegt.

Der Betrieb konnte dennoch weitestgehend störungsfrei aufrecht erhalten werden, insgesamt sei es bei dieser ersten Streikwelle zu drei Abflug-Verzögerungen gekommen, sagte eine Sprecherin des Unternehmens. Ab 8.30 Uhr lief der Betrieb am Airport Tegel zunächst wieder normal.

Doch am Mittag startete dann die zweite Streikwelle. Ab etwa 12 Uhr traten 40 GlobeGround-Mitarbeiter erneut unangekündigt in den Ausstand. Beschäftigte an Check-In-Schaltern der Fluggesellschaften British Airways und Lufthansa stellten ihre Arbeit ein und am Gepäckservice wurde bis 14.30 Uhr gestreikt. Flugreisende mussten mit Verzögerungen rechnen.

Mehr als 200 Mitarbeiter verlieren ihren Job

Die Mitarbeiter forderten einen Sozialtarifvertrag, die Sicherung ihrer Arbeitsplätze oder „menschenwürdige“ Abfindungen, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi. Sie hatte zu dem Streik aufgerufen. Hintergrund ist ein Streit mit der Tochterfirma von GlobeGround, der Aviation Passage Service Berlin (APSB). Deren Verträge wurden zum 4. November dieses Jahres gekündigt. Mehr als 200 Mitarbeiter verlieren damit ihre Arbeitsstelle.

Erst im Juni dieses Jahres hatte die Dienstleistungsgewerkschaft alle Beschäftigten der Firma APSB zu Warnstreiks aufgerufen. Beteiligt waren Mitarbeiter in Tegel und am Flughafen Schönefeld. Nach Auskunft von Verdi sorgen die mehr als 350 Beschäftigten der APSB, überwiegend Frauen, an den Flughäfen für das Einchecken und kümmern sich unter anderem um das Wiederauffinden von verloren gegangenem Gepäck.

Nach Angaben eines Sprechers von Verdi muss am Freitag noch mit einem möglichen dritten Streik auf dem Flughafen Tegel gerechnet werden.