Prozess

Gullydeckel-Bande muss bis zu vier Jahre in Haft

Sie warfen die Schaufenster von Geschäften und Kiosks mit Gullydeckeln ein. Dafür mussten sich die Täter vor Gericht verantworten. Alle vier sind vorbestraft.

9´ß897Eine Serie von Einbrüchen mit einem Gullydeckel endet für drei der vier Täter hinter Gitter: Das Berliner Landgericht hat Strafen von zwei Jahren und vier Monaten bis zu vier Jahren Gefängnis verhängt. Der vierte Komplize erhielt eine Bewährungsstrafe. Die 20 bis 25 Jahre alten Männer seien des Diebstahls sowie der Sachbeschädigung schuldig, stand am Mittwoch für die Richter fest. In vier der sieben Fälle habe der 20-jährige Hauptangeklagte einen Gullydeckel in Fensterscheiben geworfen, um sich und Mittätern den Zugang zu Geschäften zu verschaffen.

Die vier vorbestraften Freunde hatten sich in dem vierwöchigen Prozess geständig gezeigt. „Die Beute wurde aufgeteilt und für Drogen ausgegeben“, erklärten sie. Bei ihren Einbrüchen in der Zeit von Oktober 2013 bis Januar hätten sie vornehmlich Bargeld, Zigaretten und Elektroartikel gestohlen. Nur der 20-Jährige sei an allen Taten beteiligt gewesen.

Der Gesamtwert der Beute betrug den Ermittlungen zufolge rund 30 000 Euro. Kurz nach ihrem letzten Einbruch am 26. Januar im Stadtteil Steglitz waren drei der Angeklagten festgenommen worden. Auch bei dieser Tat hatten sie einen Gullydeckel benutzt, um Scheiben einzuwerfen.

Der 20-Jährige, der als Intensivtäter gilt, muss auf Anordnung des Gerichts in eine Drogentherapie. Er hatte im Prozess erklärt, er wolle sein Leben ändern. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Strafe von vier Jahren und drei Monaten gegen den Hauptangeklagten verlangt. Dabei war sie anders als das Gericht von einer Bande ausgegangen.