Zugverbindung

Veolia stellt Interconnex von Berlin nach Rostock ein

Die starke Konkurrenz durch die Fernbusse macht dem InterConnex den Garaus. Veolia trennt sich von dem Fernzug. Damit erhält die Deutsche Bahn ihr Monopol im Fernverkehr zurück.

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Es hat schon etwas Tragisches: Nicht etwa an der scheinbar übermächtigen Deutschen Bahn (DB), sondern an der aufkommenden neuen Konkurrenz der Fernbusse ist der erste private Fernzug in Deutschland, der InterConnex, gescheitert. Wie die Betreiberin, die Veolia Verkehr GmbH, am Dienstag mitteilte, wird das Unternehmen die täglich bediente Städteverbindung zwischen Leipzig, Berlin und Rostock-Warnemünde zum Fahrplanwechsel in zwei Monaten einstellen. Am 13. Dezember 2014 wird der letzte InterConnex fahren. Die 21 Mitarbeiter werden nicht entlassen, ihnen soll eine alternative Beschäftigung innerhalb der Unternehmensgruppe angeboten werden, so eine Sprecherin.

Das Aus für den im März 2002 gestarteten InterConnex kommt wenig überraschend. Bereits im August hatte Christian Schreyer, Geschäftsführer von Veolia Verkehr, deutlich gemacht, dass die Verbindung nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben sei. Vor allem die expandierende Fernbusbranche macht dem Unternehmen schwer zu schaffen. Fernbusse sind nicht nur in großer Zahl auch auf den traditionellen InterConnex-Städteverbindungen unterwegs, sie sprechen auch dieselbe Zielgruppe an: preissensible Reisende, denen die Deutsche Bahn zu teuer ist und die bei den Reisezeiten flexibel sind.

Die Folge: Die Fahrgastzahlen gehen stark zurück. Waren 2012 – also vor der Liberalisierung des Fernbusverkehrs – auf der Strecke Leipzig–Berlin–Rostock noch 400.000 Reisende unterwegs, so wollten 2013 nur noch 338.000 Fahrgäste im InterConnex mitfahren – ein Verlust von fast 16 Prozent. Der Trend hält 2014 unvermindert an. Nach Unternehmensangaben kauften bisher erst 225.000 Bahnreisende ein Ticket für den InterConnex, aufs Jahr gerechnet sind das nur noch 300.000 Fahrgäste.

Veolia macht Politik für Scheitern verantwortlich

Nun zog die zum französischen Transdev-Konzern gehörende Veolia Verkehr GmbH die Reißleine. „Als wirtschaftlich handelndes Unternehmen können wir nicht Monat für Monat rote Zahlen schreiben“, sagte Schreyer. Für das Scheitern des einzigen ernst zu nehmenden Wettberbers zum Fernverkehr der DB macht er vor allem die Politik verantwortlich. „Unter den aktuellen Bedingungen ist in Deutschland der Betrieb eines eigenwirtschaftlichen Fernverkehrsangebots auf der Schiene auf Dauer nicht mehr möglich“, so Schreyer.

„Wir können mit den parallel verkehrenden Fernbuslinien, die keine Straßenmaut bezahlen müssen, und deren Preisen nicht konkurrieren, wenn zugleich die Gebühren für die Nutzung der Schieneninfrastruktur der Deutschen Bahn immer weiter steigen.“ Pro Strecke und Richtung müssten für den InterConnex 1700 Euro an die DB gezahlt werden.

Doch auch die bundeseigene Deutsche Bahn leidet derzeit erheblich unter der aggressiven Fernbus-Konkurrenz. In diesem Jahr rechnet die DB mit Umsatzeinbußen von mindestens 50Millionen Euro im Fernverkehr.