Kurden-Proteste

Berliner Fotograf in türkischer Stadt festgenommen

Der Berliner Fotograf Björn Kietzmann und zwei weitere deutsche Journalisten sind in Südostanatolien festgenommen worden. Die deutsche Botschaft bemüht sich um ihre Freilassung.

Foto: ARIS MESSINIS / AFP

Die drei deutschen Journalisten Chris Grodotzki, Ruben Neugebauer und der Berliner Björn Kietzmann sollen am Sonnabend während kurdischer Proteste in Diyarbakir, der zweitgrößten Stadt Südostanatoliens, festgenommen worden sein.

Aktuell sollen sie nach Angaben im Internet in dem Gefängnis "Tem Sube Müdürlügü" festgehalten werden. Das Auswärtige Amt bestätigte die Festnahme der drei Fotografen. Die deutsche Botschaft in Ankara sei eingeschaltet und bemühe sich um eine rasche Aufklärung, sagte eine Sprecherin am Sonntagnachmittag.

Die drei Fotografen waren in der kurdisch geprägten Region, um über die Proteste gegen die von der Terrormiliz IS eingekesselte syrische Stadt Kobane zu berichten. Dabei waren im Südosten der Türkei in den vergangenen Tagen mehr als 30 Menschen getötet worden. In 35 der insgesamt 81 türkischen Provinzen war es zu Ausschreitungen gekommen. Kietzmann, der seit 2009 als freiberuflicher Fotoreporter arbeitet, gehört dem Berufsverband Freelens an.

Seine Festnahme teilte Kietzmann via Twitter mit:

Spionage und Provokation vorgeworfen

Grodotzki gehört der Fotografen-Kooperative "Visual Rebellion" an und gewann unter anderem 2013 den "dpa News Talent Award". Neugebauer, ebenfalls von "Visual Rebellion", hat unter anderem für die "Süddeutsche Zeitung", den "Spiegel" sowie den "Tagesspiegel" und die "taz" gearbeitet.

Der Berliner Morgenpost sagte am Sonntag ein Kollege von Kietzmann, der bis vor kurzem mit den drei in Kontakt stand, ihnen werde Spionage und politische Provokation vorgeworfen.

© Berliner Morgenpost 2017 – Alle Rechte vorbehalten.