Prozess

Frau nach tödlichem Unfall zu Geldstrafe verurteilt

Eine Frau setzte an der Tankstelle rückwärts und überfuhr eine Seniorin. Ein Berliner Gericht verurteilte die 45-Jährige wegen fahrlässiger Tötung. Sie hatte unter Tränen gestanden.

Sie fuhr nach dem Tanken zügig rückwärts und übersah eine 86 Jahre alte Fußgängerin: Eine 45 Jahre alte Autofahrerin muss nach dem tragischen Unfall eine Geldstrafe von 3150 Euro zahlen. Ein Berliner Amtsgericht sprach die Kauffrau am Mittwoch der fahrlässigen Tötung schuldig. Aus Unachtsamkeit habe sie die Seniorin auf dem Gelände einer Tankstelle im Stadtteil Charlottenburg erfasst, sagte der Vorsitzende Richter. Das Urteil entsprach im Wesentlichen den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung.

Die Angeklagte hatte unter Tränen ein Geständnis abgelegt. Bei dem Geschehen im September vergangenen Jahres sei sie mit ihren beiden Kindern sowie einem weiteren Mädchen im Wagen auf dem Weg zu einem Geburtstag gewesen. „Ich wollte noch tanken, dann den Luftdruck überprüfen“, sagte die Autofahrerin. „Als ich rückwärts fuhr, habe ich die Frau übersehen, es ist entsetzlich, es tut mir so leid.“

Die Autofahrerin war zwei Zeugen kurz vor dem Zusammenstoß bereits als „ziemlich hektisch“ aufgefallen. „Sie lief relativ schnell und fuhr dann zügig rückwärts, man hat gemerkt, dass sie es eilig hat“, sagte eine 26-Jährige. Die Seniorin, die mit Hilfe eines Rollators unterwegs war, hatte im Tankstellenshop eine Zeitung und Schokolade gekauft. Durch den Zusammenstoß stürzte sie zu Boden. Die 86-Jährige verstarb an ihrer schweren Kopfverletzung wenige Stunden später in einem Krankenhaus.