Marktbericht

Berliner Immobilien für 14,6 Milliarden Euro verkauft

Berliner und Investoren sind in Kauflaune. Das geht aus dem aktuellen Grundstücksmarktbericht hervor. Er gibt Auskunft darüber, welche Standorte begehrt sind und welche Preise gezahlt werden müssen.

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Eine eigene Wohnung in Berlin – davon träumen nicht nur viele Menschen, die in der Hauptstadt leben, sondern auch Kapitalanleger aus dem In- und Ausland. Einen Eindruck davon, wie begehrt Berliner Immobilien aktuell sind, vermittelte etwa die Immobilienmesse ExpoReal, die an diesem Mittwoch in München zu Ende geht. Mit 700 Quadratmetern war der Berlin-Stand in diesem Jahr der größte. Das Interesse potenzieller Investoren ist jedoch so gestiegen, dass der Platz für die vielen Besucher, die sich über aktuelle Projektentwicklungen in der Hauptstadt informieren wollten, kaum ausreichte.

Weiter befeuert wird die Kauflaune nun durch den Jahresbericht des Gutachterausschuss für Grundstückswerte in Berlin, der am Dienstagabend veröffentlicht wurde. Denn die Preisrallye geht weiter: Die Quadratmeterpreise sind allein im vergangenen Jahr um 15 Prozent gestiegen.

Das starke Interesse an Berlin hat im vergangenen Jahr für neue Rekorde gesorgt. 2013 hat die Gesamtzahl aller veräußerten Immobilien erstmals die Grenze von 35.000 Objekten überschritten. „Bei allgemein gestiegenen Preisen insbesondere bei Wohnimmobilien hat der Geldumsatz mit rund 14,6 Milliarden Euro den bisherigen Spitzenwert von 2006 der Höhe nach nur knapp verfehlt“, so Reiner Rössler, Vorsitzender des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in Berlin.

Beurkundete Kaufverträge

Alle Angaben im „Grundstücksmarktbericht 2013/2014“ basieren dabei auf den tatsächlich ausgehandelten und notariell beurkundeten Kaufverträgen. Das Jahr 2013 ergab demnach für den Berliner Immobilienmarkt wieder ein Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der Kaufgeschäfte stieg um fünf Prozent auf insgesamt 35.215 an, bei gleichzeitig deutlicher Steigerung des Geldumsatzes um 15 Prozent auf 14,64 Milliarden Euro.

Der Durchschnittskaufpreis aller im Jahr 2013 veräußerter Eigentumswohnungen lag bei 2260 Euro pro Quadratmeter. Damit mussten Erwerber 306 Euro mehr zahlen als noch 2012 (1954 Euro/m2). Das berlinweit höchste Preisniveau wurde erneut im Ortsteil Dahlem ermittelt (4440 Euro/m2). Im östlichen Stadtgebiet wurden die höchsten Verkaufspreise im Altbezirk Mitte erzielt. Dort stiegen die Kosten auf durchschnittlich 3685 Euro pro Quadratmeter. Die Durchschnittspreise geben jedoch lediglich einen groben Richtwert. Im Ortsteil Mitte beispielsweise reichte die Spanne bei den verkauften Wohnungen von 2130 bis 5155 Euro pro Quadratmeter.

Wohnung für vier Millionen Euro

Nahe der Friedrichstraße wurde 2013 der absolut höchste Kaufpreis für eine Eigentumswohnung gezahlt: vier Millionen Euro. Der Alt-Bezirk Hellersdorf ist dagegen mittlerweile der einzige Ortsteil, in dem die Preise noch unter der 1000-Euro-Marke lagen: Wohnungen wechselten hier für durchschnittlich 840 Euro je Quadratmeter den Besitzer. Die Preisspanne reichte dabei von 455 bis 1380 Euro.

Im westlichen Stadtgebiet gab es die günstigsten Wohnungen im Bezirk Spandau. Innerhalb von zwölf Monaten stiegen hier die Preise von 1035 Euro auf 1120 Euro je Quadratmeter. Die Preisspanne reichte dabei von 470 bis 1990 Euro.

Auch Doppelhaushälften und Reihenhäuser haben im vergangenen Jahr eine deutliche Wertsteigerung erlebt. Die Preise für Doppelhaushälften kletterten binnen eines Jahres von 294.000 auf 307.000 Euro. Bei Reihenhäusern betrug die Differenz 34.000 Euro, die Kaufpreise lagen 2013 durchschnittlich bei 294.000 Euro. Freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser verteuerten sich von 318.000 auf 347.000 Euro.

In eine ganz eigene Kategorie fallen dagegen die sogenannten Townhäuser, eine moderne Spielart des klassischen Reihenhauses auf einem schmalen Baugrundstück, auf dem die Wohnebenen über mehrere Etagen verteilt sind. Da diese Immobilien oft mitten in der Stadt angeboten werden, sind sie auch deutlich teurer als die Reihenhäuschen im Vorort: Durchschnittlich wechselten sie für 795.000 Euro den Eigentümer.