Prozess

Mord an Steuerberater - Verurteilter Sohn geht in Berufung

Zehn Schüsse hat der damals 16-Jährige auf seinen Vater abgefeuert, so das Berliner Landgericht. Es verurteilte den Jungen wegen Mordes zu acht Jahren Haft. Doch er will das Urteil anfechten.

Mit den tödlichen Schüssen auf einen Berliner Steuerberater muss sich der Bundesgerichtshof (BGH) befassen. Der Verteidiger des verurteilten Sohns des Opfers habe Revision eingelegt, bestätigte Justizsprecher Robert Bäuml am Montag. Das Berliner Landgericht hatte den 17-Jährigen am vergangenen Donnerstag wegen Mordes zu acht Jahren Jugendhaft verurteilt. Die Verteidigung hatte auf Freispruch aus Mangel an Beweisen plädiert. Die Anklage verlangte achteinhalb Jahre Gefängnis.

Der zur Tatzeit 16 Jahre alte Gymnasiast soll in einem eskalierenden Familienstreit zehn Schüsse auf seinen Vater abgefeuert haben. Fünf Kugeln hatten den 49-jährigen Steuerberater und Notar am 12. August 2013 in seiner Kanzlei im Stadtteil Westend tödlich getroffen.

DNA-Spuren an Patronenhülsen sichergestellt

Die Verhandlung gegen den Sohn lief wegen seines jugendlichen Alters unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Das Landgericht habe sich nach sechsmonatigem Prozess auf eine „Fülle von Indizien“ gestützt, erklärte ein Justizsprecher. So habe eine Zeugin den Angeklagten kurz vor den Schüssen in die Kanzlei des Vaters gehen sehen. Von Gewicht seien auch DNA-Spuren des Jugendlichen an einigen der sichergestellten Patronenhülsen gewesen.

Das Urteil wird nun zur Überprüfung an den Bundesgerichtshof gehen. Mit einer Entscheidung sei erst in einigen Monaten zu rechnen, hieß es.