Trödel, Kunst & Kitsch

Das sind die zwölf besten Flohmärkte Berlins

Neue Sachen sind etwas Schönes, gebrauchte sind oft noch schöner. Darum gibt es in Berlin zahlreiche große und kleine Flohmärkte, auf denen sich wahre Schätze verstecken – eine Auswahl zum Stöbern.

Foto: Sergej Glanze / Glanze

Es muss nicht immer der 17. Juni sein. Zwar ist der Original Berliner Trödelmarkt am Tiergarten mit seinen 40 Jahren der älteste Flohmarkt der Stadt, mittlerweile können sich Berliner und Touristen aber auf 50 großen und kleinen Märkten durch antike Möbel, Schallplatten sowie Kleiderhaufen und Kisten mit Spielzeug wühlen – oder mit dem eigenen Stand Platz auf Dachboden und im Keller schaffen. Am besten, um auf einem dieser zwölf Märkte nach neuen Lieblingsstücken Ausschau zu halten.

Flohmarkt Wittenau: Für Flohmarkttraditionalisten

„Hier findet man immer ein Schnäppchen“, schwärmt eine 52 Jahre alte Wilmersdorferin vom Flohmarkt Wittenau. Gerade erst hat sie eine alte Kaffeemühle, „so richtig zum Drehen“, erstanden – für elf Euro. Und mit dem Handeln habe es auch hervorragend geklappt. Man merkt: Hier macht Flohmarkt noch Spaß. Auf dem großen Bauhaus-Parkplatz direkt am U-Bahnhof Wittenau erstreckt sich immer sonntags ein Ständemeer, und das schon seit 1996, berichtet Marktleiter Frank Laskowski stolz. „Wir haben hier speziell Händler, die ältere Sachen verkaufen. Na ja, Antiquitäten – so weit würde ich mich jetzt nicht aus dem Fenster lehnen.“ Doch die schönen, alten Dinge wie Teeservice oder Schätze aus Großmutters Wäscheschrank findet man durchaus zwischen Klamotten, CDs, Hausrat und Kindersachen. Das Verkaufen mache ihr einfach Spaß, erzählt eine 64-jährige Spandauerin, die jeden Sonntag hier einen Stand hat. „Das ist ein guter Flohmarkt. Viele Stammkunden, und durch die Nähe sowohl zum Märkischen Viertel als auch zum U-Bahnhof ein sehr gemischtes Publikum.“ Ein weiteres Plus: Es gibt saubere, kostenlose Toiletten auf dem Markt.

Wann, wo, wie

Jeden Sonntag von 8 bis 16 Uhr, Wilhelmsruher Damm 231–245 (Wittenau), U Wittenau, Standgebühr für überdachte Bude (3 m): 26 Euro, Anmeldung unter 45801034 oder www.flohmarkt-wittenau.de/reservierungen

Tipp

Zeit einplanen für einen großen Eisbecher – im Eiscafé auf dem Flohmarkt gibt es das köstliche Spandauer Florida-Eis

Flohmarkt Rathaus Schöneberg: Für Gerümpelliebhaber

Ein Trödel, wie er im Buche steht: Der Flohmarkt vor dem Rathaus Schöneberg. Hier, wo Kennedy 1963 für einen weiteren Eintrag in Werke wie „Das richtige Zitat“ sorgte, herrscht heutzutage am Wochenende großes Getümmel. Besucher aller Couleur schlendern an Buden mit Anziehsachen, Hausrat, Möbeln, Büchern, Bilderrahmen und anderem Krimskrams vorbei und feilschen, was das Zeug hält. Denn Handeln gehört hier zum guten Ton. Gewerbliche Stände von Designer- und Modelabels schlagen hier kaum auf. Dafür ist die Fülle an Klamotten zweiter Hand so groß, dass sie fast demotivierend wirkt. Böse Zungen könnten den Westberliner Traditionsmarkt rumpelig nennen, teilweise auch vermüllt. Aber um positiv zu bleiben: Einfach genug Zeit mitbringen, dann findet man vielleicht die Nadel im Heuhaufen. Und in den gut gefüllten Bücherkisten ist sicher für jeden was dabei.

Wann, wo, wie

Jeden Sonnabend und Sonntag von 8 bis 16 Uhr, John-F.-Kennedy-Platz 1 , U Rathaus Schöneberg, Standgebühr für überdachte Bude (3 m): 39 Euro. Platte (3 m): 30 Euro, laufender Meter: 8 Euro, Anmeldung unter 03322-210868

Tipp

Nach einer Stunde Gewühle kann Hunger aufkommen – „Dolce Pizza“ in der Belziger Straße genießt den Ruf der besten Focaccia weit und breit.

Antik- & Buchmarkt Bodemuseum: Für Lesesüchtige

Ein Klassiker unter den Berliner Flohmärkten: der Antik- und Buchmarkt am Bodemuseum. Seit 1992 verwandelt sich die Straße vor dem Bodemuseum in ein großes Open-Air-Antiquariat. Da ist für jeden was dabei: Von Krimibestsellern und Gesundheitsratgebern über Asterix- und Disney-Comics bis hin zu bibliophilen Raritäten kann man hier alles finden. Platten, CDs und Kassetten lassen Musikliebhaberherzen höher schlagen, und Plakate sorgen für die passende optische Untermalung. Sammler werden sich für die Stände mit alten Münzen, Fotos, Postkarten, Fotoapparaten, Bestecken oder Emailleschildern begeistern. Die prominente Lage direkt auf der Museumsinsel spiegelt sich im Publikum wieder. War der Markt bei seiner Eröffnung 1992 noch ein echtes Sammlermekka, so zieht er heute viele Touristen an. Entsprechend haben sich mittlerweile auch die typischen Souvenirstände mit vermeintlichen Mauerstücken und Tschapkas eingefunden.

Wann, wo, wie

Jeden Sonnabend und Sonntag von 11 bis 17 Uhr, Am Kupfergraben 1 (Mitte), S+U Friedrichstraße, Standgebühr für überdachte Bude (3 m): 35 Euro, für beide Tage 60 Euro, laufender Meter: 5 Euro, Anmeldung unter 0172-3018873 oder 0171-7101662

Tipp

Sozusagen die Verlängerung des Marktes: der Kunstmarkt am Zeughaus. Ein Abstecher schadet nicht, hier kommt man mit den ausstellenden Malern, Bildhauern oder Grafikern selbst ins Gespräch.

Flohmarkt am Mauerpark: Für Herdentiere

Mittlerweile ist er wohl der bekannteste Berliner Flohmarkt und gerade wieder aufgrund eines Betreiberwechsels in den Schlagzeilen gewesen: der Flohmarkt am Mauerpark. Das Stadtmagazin „Time Out“ nennt ihn gar „the king of flea markets“. Jeden Sonntag schieben sich Massen von immer weniger Berlinern und immer mehr Touristen durch die Gassen zwischen den Ständen, und man könnte meckern, dass dem Markt so die richtige Trödelatmosphäre immer mehr verloren geht. Zwar finden sich vor allem auf der großen Freifläche in der Mitte noch viele junge, hippe (Neu-)Berliner, die hier ihre abgelegten Klamotten aus der letzten Saison verkaufen. Hier findet sich durchaus das ein oder andere schicke Teilchen für wenig Geld. Doch die Zahl an oft noch unbekannten Künstlern und Designern, die hier Schmuck, bedruckte T-Shirts oder Schüsseln aus alten Schallplatten verkaufen, steigt. Und lässt gleichzeitig die Handelskultur verschwinden. Denn um den Preis ihres Kunstwerkes feilschen die meisten Urheber nur ungern. Trotz aller möglichen Kritik bietet der Flohmarkt aber die ganze Vielfalt an Ständen, die zu einem echten Trödel gehört. Möbel, Instrumente, Bücher, Platten, Hausrat, Fahrräder. – Wer genug Zeit mitbringt und sich von den drängenden Massen nicht aus der Ruhe bringen lässt, kann Erfolg haben.

Wann, wo, wie

Jeden Sonntag von 8 bis 18 Uhr, Bernauer Str. 63–64, U Eberswalder Straße, Standgebühr für überdachte Bude (3 m): 35 Euro, bei Vorkasse 30 Euro. Laufender Meter : 10 Euro, Anmeldung persönlich vor Ort im Pavillon der Marktleitung (sonntags 9–15 Uhr). Im Winterhalbjahr auch per SMS an 0176-29250021 oder unter www.mauerparkmarkt.de/anmeldung

Tipp

Wem es zu voll wird: Fünf Laufminuten entfernt befindet sich der Flohmarkt auf dem Arkonaplatz – kleiner und etwas entspannter.

Hansamarkt Weißensee: Für Familien

Ein Gitarrist mit rauchiger Stimme gibt „Kling Klang“ von Keimzeit zum Besten, vor ihm tanzt eine Mutter mit ihrem kleinen Sohn auf dem Arm. Ein gewohntes Bild in Weißensee, wo am Wochenende der Hansamarkt einen Parkplatz an der Hansastraße belebt.

Sehr familiär geht es hier zu, und das liegt nicht nur an den vielen Familien vor und hinter den Ständen: Viele Händler sind hier schon eine richtige Institution. Fahrräder etwa kann man bei Fahrrad Harry reparieren lassen, und um eine kaputte Uhr kümmert sich Uhren Micha.

Das Herzstück des gemütlichen Marktes bildet die Feldküche mit Bratwurststand, Pils vom Fass und Gulaschkanone. An den sehr gut sortierten, liebevoll angeordneten Ständen indes findet der Flohmarktfan außer Möbeln alles, was das Herz begehrt. Ältere Pärchen aus dem Umland legen hier ihre Dachbodenschätze aus, darunter Motiv-Schnapsgläser, elektrische Fußwärmer, Porzellanteller, Hirschgeweihe oder Tagesdecken. Dazwischen verkaufen Familien Spielzeug und gut erhaltene Kinderklamotten, das Stück für einen Euro. Eine Besucherin freut sich über einen Stapel Kinderbücher für ihre Enkel. „Man kann zwar handeln, aber das muss man bei den Preisen gar nicht“, freut sich die 57-Jährige über den Deal. „Der Markt hat sich in letzter Zeit toll entwickelt.“

Wann, wo, wie

Jeden Sonnabend und Sonntag von 10 bis 16 Uhr, Hansastr. 188 (Weißensee), Station Buschallee/Hansastraße, Standgebühr für überdachte Bude mit abschließbarer Lagerbox: 10 Euro, pro Monat 60 Euro, laufender Meter: 3 Euro, Tische und Bänke können für 2 Euro geliehen werden, Anmeldung unter 0171-9206479 oder www.hansamarkt.de

Tipp

Die schönen Holzstände sind mit abschließbarer Lagerbox ausgestattet, in der die Ware je nach Mietdauer über Nacht oder den ganzen Monat über sicher aufbewahrt werden kann.

Flohmarkt Leopoldplatz: Für Technikfreaks

Zwischen Dönerbuden, Karstadt und der roten Backsteinfassade der Alten Nazarethkirche schlägt jeden Sonnabend ein Flohmarkt auf dem Leopoldplatz seine Zelte auf. Mittags herrscht hier ein geschäftiges Gedränge, vor allem an den Ständen mit alten Kabeln, Elektrogeräten, gebrauchten Telefonen und Lampen. Doch auch Hausrat, Klamotten und Kurioses wie etwa ein kleiner Four-Wheeler oder palettenweise Schokoladentafeln bestimmen das Marktbild. Im Gegensatz zu den typischen Flanierzielen wie Mauerpark oder Arkonaplatz sucht die Kundschaft hier eher gezielt nach Objekten, so wie ein Weddinger, der öfter herkommt, auch heute wieder mit Erfolg. In den Händen hält er ein gelbes Kabel. „Ich hab Glück gehabt. Hab genau so ein Kabel zum Anschluss von Festplatten gesucht und es für einen Euro bekommen“, freut sich der 59-Jährige über sein Schnäppchen. „Im Laden kostet das ein Vielfaches.“ Ob es funktioniert, bleibe allerdings abzuwarten – mal habe man Glück, mal Pech. Wer Geduld mitbringt und sich durch viel Ramsch arbeitet, kann auf dem „Leo“ durchaus den ein oder anderen Schatz finden. Wie eine 27 Jahre alte Studentin, die gerade erst nach Wedding gezogen ist und nun im Besitz eines schönen Rattankorbs mit Deckel ist. „Die Verkäuferin wollte fünf Euro, ich hab drei gesagt. Letzten Endes hab ich vier bezahlt.“

Wann, wo, wie

Jeden Sonnabend von 9 bis 15 Uhr, Leopoldplatz (Wedding), U Leopoldplatz, Standgebühr für überdachte Bude (3 m): 30 Euro, Anmeldung sonnabends persönlich vor Ort oder unter 0172-1883157

Tipp

Früh kommen! Die Weddinger sind ein waches Völkchen und die besten Schnäppchen schnell weg.

Kreuzboerg Flowmarkt: Für Naturfans

Der Kreuzboerg Flowmarkt in den Prinzessinnengärten konkurriert stark mit dem Katermarkt um den ersten Platz für das schönste Ambiente. Inmitten von Hochbeeten, Bienenvölkern und Bäumen schlängelt sich der labyrinthartige kleine Markt, eine Reminiszenz an den jahrelang auf der einstigen Brachfläche veranstalteten Flohmarkt, durch den Stadtgarten. Die Atmosphäre ist entspannter als auf dem „großen Bruder“ Nowkoelln Flowmarkt, mit dem sich der Markt sonntäglich abwechselt. Während sich dort die Hipsterrudel zum Sehen und Gesehenwerden über das Maybachufer schieben, schlendert hier das Publikum aller Altersklassen entspannt an den Ständen vorbei. Diese bieten alles, was das Trödelherz begehrt: gut erhaltene Anziehsachen, Bücher, Schmuck, Taschen, Retro-Krimskrams und Kinderspielzeug. Die Händler sind mit Spaß bei der Sache, feilschen gern und trennen sich von dem ein oder anderen Lieblingsstück oft nur ungern. Wer herzzerreißende Geschichten hinter zu eng gewordenen Jeans oder von der geliebten Großmutter gestrickten Wollpullis hören möchte, ist hier genau richtig. Auf der Bühne spielen Bands oder Solokünstler.

Wann, wo, wie

Jeden 2. Sonntag von 10 und 18 Uhr, nächster Markt am 12.10. (Winterpause ab Spätherbst), Prinzenstr. 35 (Kreuzberg), U Moritzplatz, Standgebühr für Biertisch (2,20 m): 20 Euro, laufender Meter: 10 Euro (2 m 15 Euro, 3 m 20 Euro). Kunstgewerbliche Händler zahlen einen Aufpreis von 5 Euro, Anmeldung online unter www.kreuzboerg.de (für den 12.10. ist schon alles ausgebucht)

Tipp

Mit Hunger kommen: In den Prinzessinnengärten gibt es einen hervorragenden Mittagstisch mit Zutaten aus den Hochbeeten, der unter Bäumen eingenommen werden kann.

Katermarkt auf dem Holzmarkt: Für Sonntagsausflügler

Als das „Kater Holzig“ seine Zelte an der Spree abbrach, hielten viele auch den im Sommer 2012 eröffneten Katermarkt für tot. Doch mit der Eröffnung des Holzmarktes am anderen Ufer ist auch der beliebte Trödelmarkt zurück. Das Publikum hier ist jung und hip, geprägt durch den namengebenden Club, der seit Kurzem als „Kater Blau“ auf dem Holzmarkt seine Tore wieder geöffnet hat. Trotz Zeitrahmen sichtet man relativ wenig Übriggebliebene von der nächtlichen Feierei, der Markt ist durch Jahrmarktelemente wie Schießbuden auch etwas für große Kinder. Dies- und jenseits der Holztische, die sich vor allem unter Klamottenbergen biegen, tummeln sich gut aussehende junge Damen. Von regem Handelsverkehr kann man allerdings trotz guter Besucherzahlen kaum sprechen. Aufgrund der herrlichen Lage direkt an der Spree und dem liebevoll zusammengezimmerten Open-Air-Ambiente des Holzmarktes kommen viele Sonntagsausflügler nicht unbedingt wegen eines heftigen Shopping-Drangs hierher. Bei gutem Essen und Trinken und den entspannten Sounds des DJs lässt sich der Tag hier auch ohne Einkauf verbringen. Veranstalter Amir Kassem legt Wert darauf, dass vor allem echter Trödel und weniger Kunsthandwerk angeboten wird. „Es geht ja um die wirkliche Wiederverwertung alter Sachen, nicht darum, Händlern eine Plattform zu bieten.“ Momentan zählt der kleine Markt um die 30 bis 40 Stände, wegen der Baugrube für den Holzmarkt ist der Platz begrenzt.

Wann, wo, wie

Jeden 2. Sonntag von 14 bis 21 Uhr, nächster Markt am 12.10. (voraussichtlich letzter Termin vor der Winterpause: 26.10.), Holzmarktstr. 25 (Friedrichshain), S Ostbahnhof oder S+U Jannowitzbrücke, Standgebühr für überdachte Bude (3 m): 30 Euro. Biertisch (2,20 m): 20 Euro, laufender Meter: 8 Euro, Anmeldung per E-Mail an info@katermarkt.de

Tipp

Wenn man schon in der Nähe ist, lohnt auch ein Abstecher zum RAW-Flohmarkt in der Revaler Straße, wo sogar selbst gemachte Marmeladen verkauft werden. Infos unter www.raw-flohmarkt-berlin.de

Hallenflohmarkt Alt-Treptow: Für Schönwetter-Käufer

Ein großer Vorteil des Treptower Hallentrödelmarktes in der Arena: Er ist überdacht. Das freut die Kundschaft vor allem im Winter und bei feuchter Wetterlage. Und wer sucht und gern in staubigen Regalen kramt, wird in diesen Hallen, deren korrekter Name Treptower Art Center, kurz T.A.C. lautet, fündig. Neben Küchenschränken, Tischen und Stühlen stapeln sich rechts und links der engen Gassen Fahrräder plus Ersatzteile, Wasserhähne, Sportgeräte, Gemälde, Kuscheltiere oder Schuhe. Wem der Sinn nach Pelzen, Porzellanfiguren oder einem gebrauchten Urinal steht, wird hier bei einem der etwa 90 Festhändler Glück haben. Auch private Händler verkaufen hier, vor allem auf der Freifläche vor den Hallen, doch überwiegend handelt es sich um professionelle Händler. Ein junger Mann aus Prenzlauer Berg kommt gezielt hierher, etwa einmal im Monat. „Heute habe ich Radteile gesucht – und gefunden“, so der 27-Jährige. „Ich musste schon ganz schön handeln, aber das macht ja auch Spaß.“

Wann, wo, wie

Jeden Sonnabend und Sonntag von 10 bis 16 Uhr, Eichenstr. 4 (Alt-Treptow), S Treptower Park, Standgebühr für überdachte Bude (3 m): 25 Euro, Anmeldung unter 0172-3035775

Tipp

Lieber sonntags als sonnabends kommen und lieber bei Regen als bei Sonnenschein – dann sind mehr Händler da.

Anziehmarkt Breitenbachplatz: Für Fashionistas

Keinen Blindkauf tätigt man beim Anziehmarkt auf dem Breitenbachplatz, der einmal im Monat stattfindet. Denn die Marktleitung stellt für die Kunden der hauptsächlich mit Klamotten handelnden Verkäufer Umkleidekabinen und Spiegel zur Verfügung. „Da sind immer lange Schlangen vor den Umkleiden, das ist super gefragt“, freut sich Marktleiter Dirk Rottmann. Seit drei Jahren gibt es den Markt, im September verkauften hier mehr als 80 Händler. Meist sind es Frauen zwischen 30 und 40, die die Stände unter den Kastanienbäumen sowohl kaufend als auch verkaufend bevölkern. Deren Männer sind auch auf dem Markt zu finden – meist zwischengeparkt auf dem Rasenstück in einem der Liegestühle, den klassischen bis souligen Easy-Listening-Hintergrundklängen lauschend, in der einen Hand ein Stück Quiche, in der anderen einen Kaffee. In einer echten Tasse, darauf legt Rottmann Wert. „Wir sind halt kein Markt mit Würstchen und Pappbechern auf einem Parkplatz, entsprechend höher ist auch das Publikumsniveau.“ Das zeigt sich auch an der Ware. Alte Klamotten mit Flecken und offenen Nähten wird man hier kaum finden.

Wann, wo, wie

Jeden 3. Sonntag im Monat von 10:30 bis 15 Uhr (Frühjahr bis Spätherbst), Breitenbachplatz (Steglitz), U Breitenbachplatz, Standgebühr für überdachte Bude (3 m): 27 Euro, halber Stand 14 Euro, lLaufender Meter : 6 Euro, mit eigenem Tapeziertisch 15 Euro, Platten mit zwei Böcken können für 20 Euro geliehen werden, Anmeldung unter 29779944 oder per E-Mail an markttag@web.de

Tipp

Keine komplizierten Sachen anziehen, die in der Umkleidekabine an den eigenen und den Nerven der draußen Wartenden zerren.

Babybasar Ferdinandmarkt: Für Mütter

Kinderklamotten können ganz schön ins Geld gehen. Vor allem, wenn man viele davon braucht und die Kleinen so schnell aus allem herauswachsen. Deshalb findet einmal monatlich der Baby- und Kinderbasar Ferdinandmarkt statt. Private Händler, vor allem natürlich Familien, verkaufen hier an etwa 70 Ständen von Leibchen und Lätzchen über Stofftiere und Spielzeug bis hin zu Fahrrädern, Autositzen und Kinderwagen alles rund um den Nachwuchs. Sogar Umstandsmode hält das breite Sortiment bereit. „Ich bin selbst immer gern auf Babybasare für meine eigenen Kinder shoppen gegangen“, erklärt Marktleiterin Melanie Holzwarth ihre Motivation, einen solchen Markt auch nach Lichterfelde zu holen. Den überdachten Ferdinandmarkt erkannte sie dafür als idealen Standort, seit 2008 findet der Basar hier einmal monatlich statt. Hauptsächlich Frauen gehen hier einkaufen, mal mit, mal ohne Kinder, und die meisten von ihnen sind nicht das erste Mal hier. Man steht in Grüppchen zusammen, quatscht, tauscht sich aus. Gern auch bei Kaffee und Kuchen im nahe gelegenen Café Ferdinand. „Immer ein kleines Happening“, lacht Holzwarth. Die Ware indes hebt sich qualitätsmäßig leicht von dem ab, was an Kinderklamotten sonst auf Flohmärkten angeboten wird, Markenteile findet man hier reichlich. Der Markt ist weder überteuert noch von billigem Ramsch überschwemmt.

Wann, wo, wie

Unregelmäßig an einem Sonntag im Monat von 10 bis 14 Uhr. Nächste Termine: 12.10., 9.11., 7.12., Ferdinandstr. 34/35 (Lichterfelde), S Lichterfelde-Ost, Standgebühr für drei Meter Fläche: 15 Euro unterm Dach, 10 Euro davor, Anmeldung am Basartag ab 19 Uhr für den nächsten Termin per E-Mail an melanie@spieleholzi.de (für den 12.10. gibt es bereits eine Warteliste)

Tipp

Der Name ist nicht Programm: Auf dem Kindertrödelmarkt gibt es keine Kinderbespaßung, deshalb den Nachwuchs vielleicht lieber zu Hause lassen.

Nachtflohmarkt im SO36: Für Spätkäufer

Der sonntägliche Flohmarktgang gehört mittlerweile ja zum guten Ton in der Stadt, aber das Wochenende bietet durchaus noch weitere Möglichkeiten zur Zerstreuung. Warum also das Trödeln nicht auf die Nachtstunden verschieben, vielleicht sogar auf einen Wochentag? So ähnlich dachten sich das auch die Betreiber des Kreuzberger Kultschuppens SO36 und veranstalten dort einmal monatlich einen Nachtflohmarkt. Halb Party, halb Markt ist die Veranstaltung genau das Richtige für Ausgehfreudige, die trotzdem „etwas zu tun haben“ wollen. Entsprechend fröhlich und ausgelassen ist die Atmosphäre, denn hier ist nicht nur Markttag, sondern auch Kieztreff. „Wir verstehen uns ja auch als Begegnungsstätte“, so ein Mitarbeiter. Und hier begegnet sich tatsächlich die ganze Stadt. Vor den Tischen flaniert nicht nur Kreuzberger Publikum, es ist angenehm heterogen. Jung trifft auf Alt, Punk auf Hippie, Student auf Rentner. Während DJs auflegen, man am Tresen ein Bier bestellen und sich am Kicker gütlich tun kann, verkaufen Privathändler allerlei Krimskrams. Auf Biertischen werden sowohl Hausrat und Nippes wie Omas Teekanne, alte Bücher und Klamotten als auch vereinzeltes Kunsthandwerk oder Siebdruck angeboten. Die Preise sind bei hohem Spaßfaktor sehr moderat, auf eine alte Trainingsjacke für 20 Euro wird man hier nicht treffen. Und gefeilscht wird auch gern.

Wann, wo, wie

Unregelmäßig an einem Mittwoch im Monat ab 20 Uhr, nächster Termin: 7.10. (ausnahmsweise dienstags) Termine unter www.so36.de, Oranienstr. 190 (Kreuzberg), U Kottbusser Tor oder U Görlitzer Bahnhof, Standgebühr für Biertisch (2,20 m): 10 Euro, Anmeldung immer zwei Montage vor Termin ab 12 Uhr unter 61401308

Tipp

Bei Trouble mit dem Jobcenter: Dr. Hartz bietet bei jedem Nachtflohmarkt in einer Ecke auf der Bühne eine kostenlose Sozialberatung an.

Foto: Sergej Glanze / Glanze

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