Wannsee

Gärtner der Pfaueninsel stürzt mit seinem Auto in die Havel

Der 50-Jährige wollte am Dienstagabend mit seinem Wagen zur Pfaueninsel übersetzen. Doch das Auto kam plötzlich rückwärts ins Rollen - und stürzte in die Havel. Der Mann konnte sich noch retten.

Foto: schroeder / Schroeder

Am Dienstagabend ist ein Auto von der Fähre zur Pfaueninsel in die Havel gestürzt. Nach Informationen der Berliner Morgenpost ist der Fahrer der 50 Jahre alte Kani C., der seit einigen Jahren auf der Pfaueninsel wohnt und dort als Gärtner arbeitet.

Zu dem Zeitpunkt des Unfalls befand sich Kani C. auf dem Heimweg nach Wannsee. Die Strecke war ihm gut bekannt. Gegen 20.15 Uhr wollte er wie gewohnt mit der Fähre zur Pfaueninsel übersetzen und soll dabei noch bei der Auffahrt auf die Fähre den Motor ausgeschaltet haben. Als er merkte, dass sein Wagen zu schnell auf das Schiff zufuhr, soll er versucht haben zu bremsen. Doch weil der Motor bereits ausgeschaltet war, fehlte die Wirkung des Bremskraftverstärkers, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Erschrocken soll Kani C. dann versucht haben, die Handbremse zu ziehen. Aber auch das funktionierte nicht.

Nach Angaben der Polizei durchbrach das Auto eine Schranke der Fähre, rollte über die Rampe des rund 30 Meter langen Schiffes und stürzte mit Kani C. noch auf dem Fahrersitz in die Havel. Dann ging alles ganz schnell: Geistesgegenwärtig soll Kani C. mit dem Ellenbogen die Seitenscheibe eingeschlagen haben, sodass er sich unverletzt aus dem noch schwimmenden Auto befreien konnte, bevor das Fahrzeug wenig später etwa acht Meter tief auf den Grund der Havel sank.

Wasserschutzpolizei ermittelt

Die Feuerwehr rückte mit einem Spezialgerät an, um das Fahrzeug wieder aus dem Wasser zu ziehen. Die Havel musste während der Bergung des blauen Renaults durch die Feuerwehr für den Schiffsverkehr von 21.45 bis 22.15 Uhr gesperrt bleiben. Nach Angaben im Internet verkehrt das neue Schiff „Luise“ seit Juni 2011 stündlich und nach Bedarf. Die Überfahrt der etwa 30 Meter langen Fähre für bis zu zu 150 Fahrgäste und 20Tonnen Gewicht dauert nur wenige Minuten.

Kani C. wollte sich am Mittwoch nicht weiter zu dem Unfall äußern. Der Gärtner der Insel bestand aber darauf, dass er nach Abstellen des Motors vergebens versucht habe zu bremsen. Warum er so frühzeitig seinen Wagen ausschaltete, blieb zunächst unklar. Die Ermittlungen hat die Wasserschutzpolizei Berlin übernommen.

Am Renault von Kani C. entstand ein Totalschaden. Die Schranke der Fähre wurde bei der Aktion ebenfalls beschädigt. Die Anlegestelle der Pfaueninsel-Fähre liegt westlich vom S-Bahnhof Wannsee.