Berliner Helden

61-Jähriger bricht am Steuer zusammen - Männer retten ihn

In seinem Auto bricht ein 61-Jähriger zusammen, sein Fuß hängt auf dem Gaspedal. Ein Mann hört den dröhnenden Motor, schaut nach - und rettet dem Mann mit einem weiteren Passanten das Leben.

Foto: schroeder

Dem umsichtigen Verhalten eines Passanten verdankt ein 61 Jahre alter Mann sein Leben. Der Mann hatte am Steuer seines Autos einen schweren Herzanfall erlitten und war von dem 20-Jährigen gefunden worden.

Gegen 1.35 Uhr war das spätere Opfer mit seinem Wagen auf der Potsdamer Straße Richtung Bülowstraße unterwegs. Kurz vor der Kurfürstenstraße fuhr der ältere Herr rechts ran. Der vorbeikommende 20 Jahre alte Fußgänger bemerkte den Wagen am rechten Fahrbahnrand, da das „Gas laut aufheulte“ und nicht nachließ. Daraufhin begab er sich zum Auto und sah, dass der Fahrer hinter dem Lenkrad offenbar leblos zusammengebrochen war.

Da die Tür aber von innen verriegelt war, konnte der 20-Jährige dem 61-Jährigen nicht helfen. Es gelang ihm jedoch, einen vorbeikommenden Krankenwagen anzuhalten. Zufällig kam zeitgleich ein Rettungssanitäter hinzu, der sich nicht im Dienst befand. Dieser schlug die Autoscheibe ein und konnte die Tür schließlich öffnen.

Gemeinsam zogen die Männer den 61-Jährigen aus dessen Wagen und reanimierten ihn noch auf der Straße erfolgreich. Anschließend übernahm der per Funk alarmierte und inzwischen eingetroffene Notarzt die weitere Versorgung des Kranken, der schließlich in ein nahe gelegenes Krankenhaus transportiert wurde.

Zeitgleich wurde das Auto des Mannes zu einem sicheren Platz gebracht und die Scheibe provisorisch verschlossen. Die Ärzte in der Klinik kamen durch umfangreiche Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass der 61-Jährige einen Herzinfarkt erlitten hatte. Sein Zustand ist kritisch, aber nicht mehr lebensbedrohlich. Wann er die Klinik wieder verlassen kann, ist noch unklar.

Nach Angaben eines Feuerwehrmannes wäre der 61-Jährige ohne die Aufmerksamkeit des 20-Jährigen aller Wahrscheinlichkeit nach gestorben. „Es ist schön zu erfahren, dass es in dieser Stadt noch Menschen gibt, die sich um andere kümmern und nicht ignorant durch die Gegend laufen.“ Aber auch dem 61-Jährigen gelte Anerkennung. „Offenbar hat er gemerkt, dass es ihm sehr schlecht ging und deswegen seinen Wagen rechtzeitig zum Stehen gebracht“, so ein Polizeibeamter. Es wäre fatal gewesen, wenn das Auto quasi führerlos auf der Straße unterwegs gewesen wäre.