BVG

Und wo bleibt der Nachwuchs?

Berlin hat ein ungewöhnlich dichtes Nahverkehrsnetz – auch gerade Dank der Buslinien. 149 Linien gibt es am Tag und 62 Nachtbuslinien nach Mitternacht. Insgesamt hat die BVG im Moment rund 13.000 Mitarbeiter, 37,4 Prozent davon arbeiten im Busverkehr, 30,8 Prozent bei der U-Bahn und 17,4 Prozent bei der Straßenbahn (die ja nur im Osten fährt).

Bei den Busfahrern ist auch die Tochterfirma BT (Berlin Transport) wichtig, die etwa 2000 Mitarbeiter stellt. Viele davon sind Busfahrer, die klassische BVG-Strecken fahren. Allerdings mit einem deutlich schlechteren Vertrag als alteingesessene BVG-Fahrer.

Die BVG kämpft insgesamt mit Überalterung. Die meisten Mitarbeiter sind zwischen 45 und 55 Jahren. Es fehlen die Zwanzig- bis Dreißigjährigen und noch Jüngere. Deshalb bemüht sich die BVG inzwischen verstärkt um Nachwuchs. Außerdem umwirbt man viel deutlicher Frauen als früher. Mit dem „Girls Day“ und anderen Aktionen versucht man, junge Mädchen für die BVG zu interessieren.

Die Pünktlichkeit spielt bei den BVG-Bussen weiterhin eine große Rolle. Laut dem BVG-Geschäftsbericht von 2013 lag sie im letzten Jahr für Busse bei 85,1 Prozent. Insgesamt bewerten die Kunden die Arbeit der BVG mit „gut“; als Schulnote bekam sie eine 2,3.

Gegründet wurde die BVG im Jahr 1928 auf Betreiben des späteren Regierenden Bürgermeisters Ernst Reuter. Er führte die U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse zu einer Gesellschaft zusammen. Der Umsteige-Fahrschein kostete damals einheitlich 20 Pfennig. Als Detlef Hilbrecht, unser porträtierter Busfahrer, 1973 bei der BVG als Busfahrer begann, gab es noch Schaffner und man stieg hinten ein. Die wurden dann im Lauf der 70er -Jahre abgeschafft. Die Busse spielten zu West-Berliner Zeiten eine große Rolle, weil viele Berliner in diesem Teil der Stadt sich weigerten, die S-Bahn zu benutzen.