Prozess

Pflegekraft gesteht jahrelangen Diebstahl bei Senioren

Jahrelang hat eine 37-Jährige hilfsbedürftige Senioren bestohlen, das gestand sie jetzt vor Gericht. Insgesamt erbeutete sie Beute im Wert von 162.000 Euro. Das Geld gaben sie für große Autos aus.

Als Pflegekraft hat eine 37-jährige Frau jahrelang aus Wohnungen hilfsbedürftiger Senioren Geld, Schmuck und wertvolle Gemälde gestohlen. Vor dem Berliner Landgericht gestand sie am Montag die Tatserie mit einer Beute von knapp 162 000 Euro. „Mir war nicht bewusst, was ich angerichtet habe“, sagte die Angeklagte zu Prozessbeginn. Ihr mitangeklagter Ehemann sei an einem Teil der Diebstähle beteiligt gewesen. Sie hätten das Geld „für große Autos und ein schönes Leben“ ausgegeben.

Insgesamt 26 Taten listet die Anklageschrift auf. Zumeist habe die 37-Jährige während ihrer Tätigkeit in Krankenhäusern die Schlüssel zu den Wohnungen der Opfer entwendet. Damit habe sie sich und in einigen Fällen ihrem 40-jährigen Mann Zutritt verschafft. Einige der Senioren seien durch sie in ihrer Tätigkeit als Pflegekraft bei einer Sozialstation betreut worden. Ältestes Opfer war laut Anklage eine 95-jährige Frau. Allein in deren Wohnung in Berlin-Zehlendorf habe die Pflegekraft Schmuck im Wert von 2000 Euro eingesteckt. Bei einer 82-Jährigen seien Gemälde für 71 000 Euro abgehängt worden.

Die Angeklagte sagte, sie sei nach den ersten Diebstählen „nicht mehr aus dem Kreis herausgekommen“. Ihr Mann habe sich mit einem Eiscafé selbstständig machen wollen, sich dabei aber übernommen. Er habe auf großem Fuß gelebt: „Er hat sich Autos gekauft, die er gar nicht brauchte“, schilderte die zweifache Mutter. Unter Tränen berichtete sie weiter: „Ich habe gearbeitet, eine Ausbildung gemacht und die Diebstähle verdrängt.“

Ehemann gibt Teil der Vorwürfe zu

„Ich war für die Beschaffung von Adressen und Schlüsseln zuständig, er für den Verkauf der gestohlenen Sachen.“ Der Ehemann gab einen Teil der Vorwürfe gegen ihn zu. In drei Fällen sei er auch in der Wohnung eines Opfers gewesen, das gerade im Krankenhaus behandelt werden musste. „Es war schäbig von mir“, hieß es in der von seinem Anwalt verlesenen Erklärung.

Nach der Tatserie von März 2009 bis September 2013 waren die Eheleute vor sechs Monaten festgenommen worden und befinden sich seitdem in Haft. Das Gericht stellte der Hauptangeklagten bei einem umfassenden Geständnis eine maximale Strafe von vier Jahren und drei Monaten in Aussicht. Der Prozess wird nach bisherigen Planungen am Mittwoch fortgesetzt.