August-Zahlen

Berlin ist nicht mehr die Hauptstadt der Arbeitslosen

In der Urlaubszeit ist die Arbeitslosenquote unverändert geblieben. Mit 11,1 Prozent sie zwar weiter hoch im Bundesvergleich. Doch Berlin gibt den letzten Platz an Bremen ab.

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Berlin hat unter den Bundesländern nicht mehr die höchste Arbeitslosigkeit. Im August gab das Land den letzten Rang an Bremen ab. Die Arbeitslosenquote lag in Berlin wie im Juli bei 11,1 Prozent. Bremen fiel jedoch innerhalb eines Monats von 11,0 auf 11,2 Prozent zurück.

Die amtlich registrierte Erwerbslosenzahl der Bundeshauptstadt blieb im Vergleich zum Vormonat fast unverändert, wie die regionale Arbeitsagentur am Donnerstag in Berlin mitteilte. 204.042 Berliner waren demnach arbeitslos gemeldet, 113 mehr als im Juli, aber 6856 weniger als vor einem Jahr.

Vor einem Jahr, im August 2013, lag die Arbeitslosenquote noch bei 11,7 Prozent. „Die strukturellen Erfolge der vergangenen Jahre zahlen sich hier aus“, sagte der Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin, Jan Eder. Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt in Brandenburg setzt sich unterdessen fort. Im August waren 119.522 Menschen ohne Beschäftigung gemeldet, 6286 weniger als vor einem Jahr und 1528 weniger als im Juli. Die Arbeitslosenquote sank damit auf 9,0 Prozent nach 9,1 Prozent im Juli und 9,4 Prozent im August 2013.

Keine negativen Folgen der Ukraine-Krise auf Arbeitsmarkt

In ganz Deutschland lag die Arbeitslosigkeit im zu Ende gehenden Monat bei 6,7 Prozent (Vorjahresmonat: 6,8) und in Ostdeutschland bei 9,4 Prozent (Vorjahresmonat: 9,9). Die Zahl der Arbeitslosen ist im Ferienmonat August im Vergleich zum Juli 2014 etwas stärker als üblich gestiegen, und zwar um 30.000. Im Schnitt der vergangenen Jahre lag das Plus bei rund 22.000. „Grund ist, dass die Sommerferien in vielen Bundesländern später begonnen haben und im August in allen Ländern noch andauerten“, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) mit.

Unter den 16 Bundesländern ist Bayern Spitzenreiter mit einer Quote von 3,7 Prozent. Die Ukraine-Krise hat der BA zufolge noch keine negativen Folgen für den deutschen Arbeitsmarkt. „Das ist in der Summe für einige Unternehmen wesentlich, volkswirtschaftlich aber noch zu vernachlässigen“, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise.

„Wirtschaftliche Situation nach wie vor gut“

Die neue Chefin der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg, Jutta Cordt, begründete die stagnierende Zahl in Berlin mit der Urlaubszeit. „Die wirtschaftliche Situation in der Stadt ist aber nach wie vor gut.“ Rund 41.000 Männer und Frauen mehr als vor einem Jahr seien sozialversicherungspflichtig beschäftigt, hob Cordt hervor. Insgesamt gab es im August 20.705 offene Stellen, 2196 mehr als im August 2013.

Der Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB), Christian Amsinck, betonte, die Kennzahlen für August sind positiv.“ Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen steige deutlich an. Amsinck bedauerte, dass noch zahlreiche Ausbildungsplätze unbesetzt sind. „Was vielleicht nicht alle wissen: Es ist auch in den nächsten Monaten noch möglich, für dieses Jahr eine Ausbildung zu beginnen“, sagte er an die Jugendlichen gerichtet.