Plänterwald

Großbrand im Spreepark - Polizei vermutet Brandstiftung

In der Nacht haben rund 5000 Quadratmeter des ehemaligen Vergnügungsparks in Plänterwald in Flammen gestanden. Das Feuer konnte nach vier Stunden gelöscht werden - auch mittels Booten vom Wasser aus.

Ein Großbrand in der Nacht zu Montag hat Teile des ehemaligen Spreeparks in Plänterwald verwüstet. Wie die Feuerwehr mitteilte, brach das Feuer kurz nach Mitternacht aus. Eine Fläche von rund 5000 Quadratmetern stand rund um das sogenannte englische Dorf des ehemaligen Freizeitparks in Flammen. Die Polizei hatte zunächst vom Westerndorf gesprochen. Verletzte gab es nach bisherigen Erkenntnissen keine.

Die genaue Ursache des Feuers war am Morgenmontag noch unklar. Da es aber mehrere Brandherde gegeben haben soll, geht die Polizei von Brandstiftung aus, wie ein Sprecher mitteilte. Nach Angaben der Polizei war das Feuer in zwei Holzhütten ausgebrochen, die weit auseinander liegen. Ein Brandkommissariat hat die Ermittlungen übernommen.

Schwierige Wasserversorgung an der Brandstelle

Die Feuerwehr rückte in der Nacht mit acht Löschstaffeln aus. Da das Gelände nur schwer zugänglich ist und über keine Hydranten verfügt, mussten Schläuche über weite Strecken verlegt werden, bevor mit den Löscharbeiten begonnen werden konnte. Die nächsten Zapfstellen sind eineinhalb Kilometer entfernt. Wegen der schwierigen Wasserversorgung mussten auch Mehrzweckboote der Polizei und Feuerwehr mithelfen.

Fast vier Stunden kämpften die Einsatzkräfte, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Gegen 6 Uhr war der Einsatz größtenteils beendet. Wie ein Feuerwehrsprecher mitteilte, wurden die Glutnester am Montag aber weiterhin regelmäßig überprüft. "Wir behalten die Situation weiter in Auge", sagte der Sprecher.

Für zwei Millionen Euro zurückgekauft

Das gesamte Areal des ehemaligen Freizeitparks gehört seit Ende März wieder dem Land Berlin. Der Liegenschaftsfonds hatte das seit 13 Jahren geschlossene Parkgelände zurückgekauft. Für zwei Millionen Euro wurde das bis 2061 laufende Erbbaurecht für das insgesamt etwa 30 Hektar große Grundstück zurückerworben. Berlins ehemals einziger Vergnügungspark sollte nun aus seinem Dornröschenschlaf geweckt werden.

Pächter Norbert Witte war Pleite gegangen und auch wegen Drogenschmuggel im großen Stil in die Schlagzeilen geraten. Hohe Schulden hatten das Gelände belastet. Dafür war mit der Gläubigerbank eine Lösung gefunden worden.

Zwischennutzerin Witte schockiert

Sabrina Witte, die Tochter des ehemaligen Betreibers, äußerte sich schockiert über den Brand im Spreepark. Sie ist auf dem Gelände aufgewachsen. Schon in der Nacht hatte sie im Radio gehört, dass das englische Dorf im Spreepark abgebrannt sei.

Sabrina Witte war in den vergangenen Jahren für die Zwischennutzung eines Teils des stillgelegten Vergnügungsparks verantwortlich. "Ich verstehe einfach nicht, wie das passieren konnte", sagte sie am Montag. Für die Bewachung des Geländes sei jetzt das Land Berlin zuständig.

"Wir haben den von uns genutzten Bereich geräumt und am 27. April dem Land übergeben", so Witte. Gern hätte sie das Projekt Zwischennutzung weiter verfolgt. Das Land habe das aber nicht gewollt.

"Wir haben den Leuten die Möglichkeit eingeräumt, in den geschlossenen Park zu kommen und sich dort umzusehen." Nun sei das Gelände komplett geschlossen. Das verleite offenbar manche, auf eigene Faust dort einzudringen - mit entsprechenden Folgen. BM

© Berliner Morgenpost 2017 – Alle Rechte vorbehalten.