Unwetter

Sturm bringt 70 Boote in und um Berlin zum Kentern

Der Sturm zog am Sonnabend rasch zusammen und zog dann kurz, aber heftig von Westen her über Berlin. Eine Böe warf dabei rund 70 Segelboote um und brachte mehr als 100 Menschen in Lebensgefahr.

Foto: picture alliance / dpa/ Rainer Jensen

Ein kurzer Sturm hat am Sonnabendnachmittag auf Havel und Wannsee etwa 70 Segelboote zum Kentern gebracht. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) musste ab etwa 16.10 Uhr mehr als ein Dutzend Rettungsboote einsetzen, um rund 100 Segler und Badende zu bergen. Das berichtete ihr Sprecher Frank Villmow. Der nur wenige Minuten dauernde Sturm sei von Nord-Westen her über Berlin gezogen und habe die Segler völlig überrascht. Eine Böe der Windstärke neun habe die Boote einfach umgeworfen.

„Das ist ungewöhnlich, so etwas kommt vielleicht alle drei Jahre mal vor“, sagte Villmow. Die DLRG habe zunächst die Personen aus dem Wasser in Sicherheit gebracht und die Boote erst aufgerichtet, nachdem das Unwetter abgezogen war. Zahlreiche Segelboote mussten in ihre Heimathäfen geschleppt werden.

DLRG rettet zwei Schwimmer gerade noch rechtzeitig

„Viel Glück hatten zwei Badegäste am Groß Glienicker See“, sagte Villmow. Das Unwetter hatte die Schwimmer mitten auf dem See überrascht. „Einer der Badegäste war vom Schwimmen so entkräftet, dass er durch die starke Wellenbildung immer wieder unter Wasser geriet. Sein Partner konnte ihn gerade so über Wasser halten. Alleine hätte er die Strecke zum Land nicht mehr geschafft.“ Das DLRG-Rettungsboot 47 habe die zwei im letzten Augenblick erreicht und gerettet.

Am Sonntag sei die Lage dann „sehr entspannt“ gewesen. Begonnen hat das zehnte Rescue Camp an der Scharfen Lanke. 28 Jugendliche im Alter von 13 bis 16 Jahre erhalten in einer Woche eine Ausbildung zum Rettungsschwimmer und Ersthelfer. Mehr als 1000 Rettungsschwimmer wurden in den vergangenen Jahren in Berlin für dieses Ehrenamt ausgebildet.