Beziehungsdrama

Mord und Suizid - Berliner Polizei prüft Zusammenhang

Am Sonnabend wurde am Rande des Tempelhofer Felds die Leiche eines Berliner Polizisten entdeckt. Der Mann hatte sich das Leben genommen - offenbar nachdem er seine Lebensgefährtin erschossen hatte.

Der Suizid eines 51 Jahre alten Polizeibeamten auf dem Tempelhofer Feld am vergangenen Sonnabend steht höchst wahrscheinlich in direktem Zusammenhang mit einem Beziehungsdrama.

In einem brandenburgischen Einfamilienhaus wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) bereits am Freitag die 36 Jahre alte Lebensgefährtin des Polizisten leblos aufgefunden. Nach ersten Erkenntnissen starb die Frau aus Petershagen-Eggersdorf (Kreis Märkisch-Oderland) an einer Schussverletzung am Kopf. Nähere Angaben zum Zeitpunkt des Auffindens oder wer die Frau entdeckte, machte die Polizei nicht.

Die Polizei vermutet nun einen Zusammenhang der beiden Todesfälle. Die Ermittlungen würden jedoch noch andauern, betonte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag. Kriminaltechniker sicherten in dem Haus der 36-Jährigen Spuren, ergänzte der Sprecher. „Die Leichen werden in den nächsten Tagen obduziert.“

Der Polizist hatte sich am Sonnabendabend am Rande des Freizeitgeländes auf dem ehemaligen Flughafen mit seiner Dienstwaffe erschossen. Besucher des Tempelhofer Feldes hatten gegen 20 Uhr einen Schuss gehört, kurz darauf den lebensbedrohlich verletzten Mann entdeckt und Polizei und Feuerwehr alarmiert. Ein Notarzt konnte jedoch nur noch den Tod des 51-Jährigen feststellen. Der Mann starb unweit des Polizeipräsidiums.

Projektile werden untersucht

Nach Polizeiangaben liegen keine Anzeichen für eine Fremdeinwirkung vor, der 51 Jahre alte Polizeikommissar habe sich offenbar selbst getötet. Die Kriminalpolizei untersucht nun anhand der aufgefundenen Projektile, ob bei beiden Todesfällen die gleiche Waffe benutzt wurde. Die Hintergründe seien noch völlig unklar und Gegenstand der laufenden Ermittlungen, hieß es weiter.

Bei dem Polizisten handelt es sich nach Informationen der Berliner Morgenpost um Heiko Sch. aus Berlin. Seine Lebensgefährtin soll Verwaltungsangestellte bei der Polizei gewesen sein und war zweifache Mutter. Neben einer Tochter aus einer früheren Beziehung hinterlässt die Frau ein knapp einjähriges Baby. Die beiden Kinder seien beide unverletzt, teilte die Polizei mit.

Die 36-Jährige war nach Angaben von Nachbarn vor etwa vier Jahren in das neu errichtete Einfamilienhaus eingezogen und lebte seit rund zwei Jahren mit dem 51-Jährigen zusammen.