Trauer

Zoo verliert Legende – Ex-Chef Heinz-Georg Klös gestorben

Heinz-Georg Klös prägte mehr als 35 Jahre die Arbeit von Berliner Zoo. Nun ist er im Alter von 88 Jahren gestorben. Der Senat würdigte die Verdienste des legendären Zoochefs um die Stadt.

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Der langjährige Direktor des Zoologischen Gartens, Heinz-Georg Klös, ist tot. Er starb am 28. Juli im Alter von 88 Jahren, wie der Zoo am Freitag mitteilte. „Wir sind sehr traurig“, sagte Zoo-Sprecherin Claudia Bienek. „Heinz-Georg Klös hat mehr als 35 Jahre lang die Arbeit von Zoo und Tierpark geprägt.“

Im April 1954 begann Klös seine Laufbahn als damals jüngster Zoodirektor Deutschlands im Tierpark Osnabrück. Einem Ruf an den Zoo Leipzig folgte er wegen der politischen Lage in der DDR nicht. Stattdessen trat er auf Empfehlung von Bernhard Grzimek am 27. Dezember 1956 die Nachfolge von Katharina Heinroth als Direktor des Berliner Zoologischen Gartens an.

Unter seiner Leitung wurde der im Zweiten Weltkrieg schwer zerstörte Berliner Zoo weiter aufgebaut, modernisiert und erweitert. 1991 wechselte Klös als dienstältester Zoodirektor der Welt in den Zoo-Aufsichtsrat, dem er bis 2006 angehörte. In seiner Amtszeit entstanden zahlreiche Tierhäuser, unter anderem das Haus für Menschenaffen, das Nashornhaus sowie das Raubtierhaus mit der ersten Nachttierabteilung in einem deutschen Zoo. Von 1978 bis 1983 wurde das Aquarium generalsaniert.

Dem bedeutenden Veterinärmediziner und Buchautor wurden zahlreiche Ehrungen zuteil. Er war Träger des Bundesverdienstkreuzes und des Großen Verdienstkreuzes mit Stern, trug die Ehrendoktorwürde der Humboldt-Universität und der Universität Leipzig. 1991 verlieh ihm der Senat die Ernst-Reuter-Plakette, neun Jahre später wurde Heinz-Georg Klös Stadtältester von Berlin.

Wowereit würdigt Verdienste

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) reagierte mit Betroffenheit auf die Nachricht vom Tod des langjährigen Zoo-Chefs: „Berlin und besonders die Tierfreunde unserer Stadt trauern um einen legendären Zoodirektor. Heinz-Georg Klös hat den Zoo zu einem der artenreichsten Zoologischen Gärten der Welt entwickelt.“ Mit seiner engagierten Arbeit habe er das Fundament für die heutige Gestalt der Anlage in der City West gelegt. „Er hatte die große Gabe, die Menschen für die Welt der Tiere und für seinen Zoo zu begeistern. Heinz-Georg Klös hat sich um unsere Stadt verdient gemacht“, sagte Wowereit.

Gemeinsam mit seiner Frau Ursula gründete Heinz-Georg Klös eine Stiftung zur Unterstützung der Forschung auf dem Gebiet der Zoo- und Wildtierkrankheiten. Zu diesem Zweck wird alle zwei Jahre der Ursula und Heinz-Georg-Klös-Nachwuchsförderpreis ausgeschrieben. Der Preis wird insbesondere an Tierärztinnen und Tierärzte verliehen, die jünger als 30 Jahre sind und im Bereich Zootier-, Wildtier- und Exotenkrankheiten forschen.

Bereits als 5-Jähriger war Klös vom Beruf des Zoodirektors fasziniert. Mit 14 Jahren hatte er erste praktische Tierpflegeerfahrung im Zoo seiner Heimatstadt Wuppertal erworben.

Klös’ Sohn Heiner arbeitet als Kurator im Berliner Zoo, ist unter anderem für die Bären zuständig. Im Zusammenhang mit Eisbär Knut erlangte auch er große Popularität.