Berlin-Kladow

Polizei ermittelt wegen Missbrauchsverdachts in Klinik

In einer Klinik in Kladow ist eine Wachkomapatientin vermutlich sexuell missbraucht worden. Eine Pflegekraft hat entsprechende Anhaltspunkte entdeckt. Beamte des Landeskriminalamts ermitteln.

Vor zwei Tagen soll ein unbekannter Täter eine Patientin in der Median Klinik im Spandauer Ortsteil Kladow sexuell missbraucht haben. Diesen Verdacht bestätigte der Unternehmenssprecher Volker Koop auf Anfrage. Bei dem möglichen Opfer handelt es sich um eine Patientin im Wachkoma. „Eine Pflegekraft unserer Klinik hat am Dienstagmorgen verdächtige Anhaltspunkte für einen möglichen sexuellen Missbrauch entdeckt“, sagte Koop. „Die Klinikleitung hat dann sofort reagiert und die Kriminalpolizei informiert.“ Nach Angaben des Sprechers waren Ermittler und Kriminaltechniker am Dienstag und am Mittwoch erneut in dem Krankenhaus, um Spuren zu sichern und Zeugen zu befragen.

Spurensicherung in der Klinik

Zum Missbrauchsverdacht in der Klinik am Kladower Damm teilte die Polizei auf Anfrage mit: „Es ist richtig, dass ein Anfangsverdacht des sexuellen Missbrauchs einer Widerstands unfähigen Person an die Polizei herangetragen wurde“, sagte eine Polizeisprecherin. „Die zuständige Abteilung des Landeskriminalamtes 13 führt die Ermittlungen. Bisher ist aber nicht eindeutig geklärt, ob eine derartige Straftat tatsächlich stattgefunden hat. Es besteht kein Tatverdacht.“

„Die Ermittlungen werden von uns in jeder erdenklichen Weise unterstützt“, sagte Klinikdirektor Peter Schellmann und betonte das aufmerksame Vorgehen des Pflegers. Erst der Abschluss der Untersuchungen werde zeigen, ob sich der Anfangsverdacht bestätigt.

Krankenpfleger verging sich in Helios-Klinik in Buch an Kindern

Im Frühjahr 2012 musste sich ein Krankenpfleger der Helios-Klinik in Buch wegen sexuellen Missbrauchs von drei Kindern verantworten. Dem 29-Jährigen aus Brandenburg wurde vorgeworfen, sich im Jahr 2011 in der Kinderintensivstation des Krankenhauses an damals fünf, acht und neun Jahren alten Jungen vergangen zu haben. Im Zuge der Ermittlungen entdeckte die Polizei im Dezember 2011 bei einer Durchsuchung in der Wohnung des Beschuldigten mehr als 600 kinderpornographische Bilddateien. Darunter waren auch Aufnahmen von dem sexuellen Missbrauch in der Kinderintensivstation. Michael N. wurde im Mai 2012 zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.

Ohne Folgen für den Beschuldigten endete dagegen ein Ermittlungsverfahren gegen einen Krankenpfleger der Berliner Charité in Mitte im gleichen Jahr. Der 58-Jährige wurde seinerzeit verdächtigt, ein 16-jähriges Mädchen in der Kinderrettungsstation sexuell missbraucht zu haben. Das umfangreiche Verfahren musste schließlich eingestellt werden, weil die Betroffene sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft weigerte, gegen den Mann auszusagen. ag/pol