Berlin

Gräber auf muslimischen Friedhöfen werden immer knapper

Immer mehr Muslime wollen in Berlin ihre letzte Ruhestatt finden. Doch Grabplätze sind inzwischen knapp. Und der Friedhof am Columbiadamm kann nach dem Tempelhof-Volksentscheid nicht ausgebaut werden.

Foto: Robert Schlesinger / dpa

Der Ausbau des wichtigsten Friedhofs für Berliner Muslime am Columbiadamm ist geplatzt. Entgegen ursprünglichen Planungen könne das Areal nicht erweitert werden, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Antwort der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung auf eine Anfrage der Grünen. Der Grund: Mit dem erfolgreichen Volksentscheid gegen eine Randbebauung des benachbarten Tempelhofer Feldes sind alle bisherigen Projekte hinfällig.

Eigentlich war vorgesehen, den Friedhof in Richtung Westen auszubauen. Dafür sollten Sportplätze und ein Weg auf dem stillgelegten Flughafengelände verlegt werden. Die benachbarte Sehitlik-Gemeinde sei über den Stopp informiert worden, teilte Staatssekretär Christian Gaebler mit. Geplant war, im Frühjahr 2015 das Erweiterungsareal an den Bezirk Neukölln zu übergeben.

Für islamische Bestattungen gebe es auf dem Landschaftsfriedhof Gatow im Bezirk Spandau noch Kapazitäten, so der Staatssekretär. Es werde aber weiter nach Lösungen in der Nähe des Columbiadamms gesucht, um eine „wohngebietsbezogene Versorgung“ anzubieten. Seit Ende 2012 können dort wegen Platzmangels keine Muslime mehr bestattet werden. Die Integrationsbeauftragte Monika Lüke werde sich auch künftig für neue islamische Grabfelder einsetzen, so Gaebler.

Der Friedhof am Columbiadamm ist laut Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ein landeseigener, der unabhängig von Konfessionen und Weltanschauungen offen stehe. Eine Teilfläche ist für Bestattungen nach islamischem Ritus ausgewiesen. Diese Grabfelder seien aber nicht allein Mitgliedern der Sehitlik-Gemeinde vorbehalten.