Staatsanwaltschaft

Westend-Mord - Entdeckte Pistole ist nicht die Mordwaffe

Neue Wendung im Fall des ermordeten Steuerberaters in Westend: Die sichergestellte Pistole ist nicht die Tatwaffe, mit der Ingo W. erschossen wurde. Hauptverdächtiger ist noch immer der 17-jährige Sohn.

Foto: Paul Zinken / dpa

Die Waffe, mit der der Berliner Steuerberater Ingo W. in Berlin-Westend erschossen wurde, bleibt auch knapp ein Jahr nach der Bluttat unentdeckt. Eine vor kurzem beschlagnahmte Pistole ist nicht die Tatwaffe, wie der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Montag mitteilte.

Dies habe die kriminaltechnische Untersuchung ergeben. Abschließend werde jetzt noch die Munition untersucht. Die Waffe soll der Witwe von Ingo W. gehören.

Die Waffe war entdeckt worden, als Ermittler die Wohnung einer Bekannten der Witwe durchsuchten. Der Notar war Mitte August 2013 in seiner Kanzlei erschossen worden. Seit April muss sich der jüngere, nun 17-jährige Sohn des 49-jährigen Opfers in einem nicht-öffentlichen Verfahren wegen Mordes vor dem Landgericht verantworten. Derzeit sind noch Verhandlungstermine bis Ende September vorgesehen. Eine Aussage des Jugendlichen ist bislang nicht bekannt.

DNA-Spuren gesichert

Gegen die Witwe sowie einen zweiten Sohn wird laut Staatsanwaltschaft noch wegen einer möglichen Tatbeteiligung ermittelt. Die Ermittlungen hatten sich schnell auf das Umfeld der Familie konzentriert. Nebenklage-Anwalt Roland Weber – er vertritt die Eltern von Ingo W. – hatte bestätigt, dass es Eheprobleme gab. Der Steuerberater soll demnach zwei Wochen vor der Tat die Scheidung eingereicht haben.

Noch am Tattag waren beide Söhne, damals 16 und 18 Jahre alt, abgeführt worden. Ihre Haut und Kleidung wurden auf Schmauchspuren untersucht. Kurz darauf kamen sie jedoch wieder frei. Es sei kein „eindeutiges Ergebnis“ gefunden worden, hieß es damals. Mitte Oktober wurde dann der jüngere Bruder verhaftet. Eine DNA-Spur von ihm soll auf einer am Tatort gefundenen Patronenhülse sichergestellt worden sein.