Air Berlin

Erste Maschine von Tegel nach Tel Aviv wieder gestartet

Nach vier Tagen Zwangspause fliegt Air Berlin wieder nach Israel. Der Flug nach Tel Aviv ist ausgebucht. Die Pilotengewerkschaft Cockpit kritisiert aber die Entscheidung, wieder dahin zu fliegen.

Foto: Thomas Fülling

Riesenandrang am Sonnabendabend vor den Gepäckschaltern B32-36 am Flughafen Tegel. Dort geben Passagiere ihre Taschen und Koffer für den Flug AB8902 auf – ein ganz besonderer Flug, die erste Maschine von Air Berlin nach Tel Aviv nach vier Tagen Zwangspause. Unter den Wartenden herrscht große Aufregung. Weniger wegen des bevorstehenden gut zweistündigen Fluges. Sondern weil die Passagiere gerade erst erfahren haben, dass nach einer zwölfstündigen Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas wieder Raketen abgefeuert wurden.

In der langen Warteschlange vor den Schaltern steht auch Uri Adika. Der 60-Jährige war mit seinen Schwestern Anat Biton und Dalia David für fünf Tage zu Besuch in Deutschland. „Jetzt bin ich aber glücklich, zurück nach Hause zu fliegen. Trotz der Raketen“, sagt er. Adika lebt in der Nähe von Jerusalem, für ihn ist die Gewalt in Nahost alltäglich. „Wir wollen Frieden. Wir wollen nicht unter der Gewalt leben“, sagte er.

Neben ihm wartet eine junge Frau, die im Süden Israels lebt und dort als Lehrerin für Geschichte arbeitet. Eigentlich wollte sie nach einem einwöchigen Urlaub in Berlin schon am Dienstag zurück in ihre Heimat fliegen. Doch dann wurde ihr Flug kurzfristig abgesagt. Am Dienstag hatten zahlreiche Airlines, darunter auch Lufthansa und Air Berlin angekündigt, den Flughafen Ben Gurion vorerst nicht mehr anzufliegen oder von dort zu starten. Seit Sonnabend ist diese Beschränkung nun wieder aufgehoben. Die Pilotengewerkschaft Cockpit kritisierte das: „Wir können die Entscheidung aus sicherheitstechnischer Sicht nicht nachvollziehen. Unseren Erkenntnissen nach hat sich in den letzten Tagen absolut nichts an der Bedrohungslage geändert“, so Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg.

Der Air Berlin Flug nach Tel Aviv am Abend ist dennoch fast ausgebucht. Die meisten Passagiere sind Israelis, viele Familien mit Kindern sind dabei. Und Gäste, die eigentlich einen anderen Flug hatten nehmen wollten. Zu ihnen gehört Christian Groggert, Rechtsanwalt aus Berlin. „Ich wollte eigentlich heute Früh mit Lufthansa nach Israel fliegen, aber der Flug fiel aus und ich wurde umgebucht“, berichtet er. Angst vor der Reise nach Israel hat er nicht. „Klar, macht man sich jetzt so seine Gedanken“, sagt er aber.

AB8902 nach Tel Aviv erhob sich planmäßig um 22.35 Uhr in die Luft – als letzter Flug, der am Sonnabendabend von Tegel startete.