Hetze gegen Juden

Staatsanwalt ermittelt gegen Hassprediger von Neukölln

In der Berliner Al-Nur-Moschee soll ein Prediger zur Tötung von Juden aufgerufen haben. Gegen ihn sind mittlerweile 16 Strafanzeigen bei Polizei und Staatsanwaltschaft eingegangen. Nun wird ermittelt.

Foto: Youtube

Die Berliner Staatsanwaltschaft hat gegen einen islamischen Hassprediger ein Ermittlungsverfahren wegen des Anfangsverdachtes der Volksverhetzung eingeleitet. Das bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Thomas Fels, am Mittwoch.

Der Hassprediger soll am vergangenen Freitag in der Al-Nur-Moschee in Berlin-Neukölln in drastischen Worten zum Kampf gegen Israel und zur Tötung von Juden aufgerufen haben. Gegen den Islamisten gingen inzwischen 15 Strafanzeigen bei der Polizei und eine bei der Staatsanwaltschaft ein.

Video auf Youtube

Auf dem Online-Videoportal Youtube war ein Video aufgetaucht, das diese Predigt aus Al-Nur-Moschee zeigen soll. In dem mit englischen Untertiteln versehenen Video von „Memri-TV“, das angeblich am Freitag voriger Woche aufgenommen wurde, bezeichnet der Prediger Abu Bilal Ismail unter anderem zionistische Juden als „Schlächter des Propheten“. Nach einer inoffiziellen Übersetzung sagte er unter anderem: „Oh Allah, zerstöre die zionistischen Juden. Sie sind keine Herausforderung für Dich. Zähle sie und bringe sie um, bis zum Letzten.“

Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) forderte Konsequenzen. „Wir wollen hier niemanden, der zu Hass und Mord aufruft“, sagte Kolat . „Ich erwarte weiterhin, dass sich die Verantwortlichen der Al-Nur-Moschee sofort glaubhaft und unmissverständlich von solchen Äußerungen distanzieren.“ Der Prediger wohnt in Dänemark.

Friedlicher Protest vor ägyptischer Botschaft

Nach zahlreichen teils sehr aufgeheizten Demonstrationen in den vergangenen Tagen protestierten am Mittwochnachmittag rund 30 Menschen friedlich vor der ägyptischen Botschaft in Berlin. Aus Solidarität mit den Menschen im Gaza-Streifen verlangten sie einen „Stopp des Massakers“ von Israel und vom Nachbarland Ägypten, den Grenzübergang Rafa wieder zu öffnen.